15 Jahre nach Aussetzung: Bundeswehr plant Rückkehr zur Wehrpflicht?
Wichtige Fakten
- • Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt, um eine Berufsarmee zu schaffen.
- • Die Bundeswehr plant, mit einem freiwilligen Dienst 260.000 aktive Soldaten zu erreichen.
- • Experten fordern über 300.000 Soldaten, um NATO-Verpflichtungen zu erfüllen.
- • Bundeswehrverband erwartet Debatte um verpflichtenden Wehrdienst in zwei Jahren.
- • Bundesverteidigungsminister Pistorius betont zunächst Freiwilligkeit des neuen Dienstes.
Historischer Kontext und aktuelle Pläne
Vor 15 Jahren beschloss der Bundestag die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht für junge Männer, was die Bundeswehr in eine Berufsarmee verwandelte. Gründe dafür waren das vermeintliche Ende des Ost-West-Konflikts, die Anforderungen von Auslandseinsätzen und Kritik an der Wehrgerechtigkeit. Heute, in einer veränderten Sicherheitslage aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, plant die Bundeswehr, mit einem vorerst freiwilligen Wehrdienst die Personalstärke auf 260.000 aktive Soldaten zu erhöhen.
Debatte um Personalbedarf und Wehrpflicht
Experten wie der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, halten diese Zahl für zu niedrig und fordern über 300.000 Soldaten, um NATO-Verpflichtungen zu erfüllen. Er erwartet, dass die Debatte um einen verpflichtenden Wehrdienst in spätestens zwei Jahren wieder aufkommen wird. Auch Jan van Aken von der Linken rechnet mit einer Rückkehr der Wehrpflicht, lehnt diese aber ab, während Verteidigungsminister Boris Pistorius die Freiwilligkeit betont und halbjährliche Berichte über die Personalentwicklung vorsieht.
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