360 Geiseln aus Boko-Haram-Gefangenschaft befreit: Militär und lokale Gruppe erheben Anspruch auf Erfolg
Wichtige Fakten
- • 360 Geiseln aus Gewalt von Boko Haram befreit.
- • Einsatz nigerianischer Spezialkräfte im Mandara-Gebirge.
- • Zwei Kinder starben an Erschöpfung während der Gefangenschaft.
- • Lokale Gruppe Borno South Youth Initiative beansprucht Vermittlung.
- • Die Gruppe gibt Zahl von 416 Freigelassenen an.
Befreiungsaktion im Nordosten Nigerias
Das nigerianische Militär hat eigenen Angaben zufolge 360 Menschen, darunter Kinder, aus der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram befreit. Der Einsatz fand im Mandara-Gebirge im Bundesstaat Borno statt, einer Hochburg der Miliz. Eine Eingreiftruppe mit Spezialkräften habe die Kämpfer gezwungen, ihre Stellungen aufzugeben. Zwei Kinder seien jedoch an Erschöpfung und den harten Bedingungen in der Gefangenschaft gestorben, wie der Präsidentenberater Daniel Bwala mitteilte. Die Geiseln waren den Angaben zufolge über einen unbestimmten Zeitraum aus verschiedenen Gemeinden der Region verschleppt worden, vor allem aus der Ortschaft Ngoshe nahe der Grenze zu Kamerun.
Widersprüchliche Darstellungen
Die genauen Umstände der Freilassung sind jedoch umstritten. Während das Militär von einem wochenlang geplanten, nachrichtendienstgestützten Einsatz spricht, erklärt die örtliche Gruppe Borno South Youth Initiative, sie habe die bedingungslose Freilassung vermittelt. Die Gruppe gibt die Zahl der Freigelassenen mit 416 an. Präsident Bola Tinubu lobte die Truppen. Die Regierung steht wegen der weit verbreiteten Unsicherheit in Nigeria unter starker Kritik.
Hintergrund der Konflikte
In Nigeria terrorisieren islamistische Gruppen die Bevölkerung, besonders im Norden. Neben Boko Haram sind ihre Abspaltung, die mit dem Islamischen Staat verbundene Provinz Westafrika, sowie die Lakurawa-Gruppe aktiv. Massenentführungen als Geiselnahme zur Erpressung von Lösegeld sind in Nigeria weit verbreitet. Boko Haram erlangte 2014 traurige Berühmtheit durch die Entführung von über 200 Schulmädchen in Chibok. Das Militär bezeichnet die Rettungsaktion als eine der bedeutendsten im Nordosten des Landes.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.