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Inland 29.03.2026, 19:38 Aktualisiert: 29.03.2026, 23:03

AfD punktet bei Arbeitern trotz marktliberaler Politik

Die AfD ist bei Arbeitern die stärkste Partei in Wahlen.

Wichtige Fakten

  • Die AfD ist bei Arbeitern die stärkste Partei in Wahlen.
  • Sie will hohe Einkommen stärker entlasten als niedrige.
  • Die AfD lehnt Tarifverträge und Gewerkschaften ab.
  • Viele Arbeiter wählen die AfD aus Protest oder Überzeugung.
  • Die Partei versucht, Gewerkschaften zu diskreditieren.

Wählererfolg trotz Gegenpositionen

Die AfD mobilisiert bei Bundestags- und Landtagswahlen erfolgreich Arbeiter und liegt in dieser Gruppe mit weitem Abstand vor SPD und CDU. So stimmten etwa 39% der Arbeiter in Rheinland-Pfalz für die AfD, ein Plus von 21 Prozentpunkten innerhalb von fünf Jahren. Die Partei bezeichnet sich selbst als neue Arbeiterpartei, doch Experten wie Arbeitssoziologe Klaus Dörre sehen sie nicht im klassischen Sinne als solche, da sie Gewerkschaften ablehnt und marktliberale Politik verfolgt.

Programmatische Widersprüche

Analysen zeigen, dass die AfD in der Steuerpolitik Besserverdienende deutlich stärker entlasten will als Menschen mit mittlerem oder niedrigem Einkommen. Zudem stimmte sie gegen Gesetze zur Tariftreue und will die Bundesagentur für Arbeit abschaffen. Gewerkschaften betrachtet die AfD als Gegner und versucht, sie zu diskreditieren, obwohl viele Gewerkschaftsmitglieder die Partei wählen.

Motive der Wähler

Arbeiter wählen die AfD laut Dörre aus Protest gegen die aktuelle Politik oder aus Überzeugung, da die Partei soziale Fragen als Konflikt zwischen Innen und Außen umdeutet. Angst vor Arbeitsplatzverlust und Skepsis gegenüber Klimapolitik spielen eine Rolle. Trotz des Wahlerfolgs scheitern AfD-nahe Betriebsratslisten, was zeigt, dass Arbeiter bei konkreten Themen wie Tarifverhandlungen anderen Vertretungen vertrauen.

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