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Wirtschaft 01.04.2026, 08:50 Aktualisiert: 01.04.2026, 23:02

Trumps Iran-Rhetorik treibt DAX - doch Experten warnen vor riskantem TACO-Trade und Insiderverdacht

DAX stieg am 01.04.2026 um 2,7% auf 23.298 Punkte nach 10% Verlust im März.

Wichtige Fakten

  • DAX stieg am 01.04.2026 um 2,7% auf 23.298 Punkte nach 10% Verlust im März.
  • Ölpreis (Brent) fiel unter 100 Dollar, notierte aber wieder leicht darüber.
  • Wirtschaftsinstitute halbierten Konjunkturprognose für 2026 auf 0,6% Wachstum.
  • Trump droht mit NATO-Austritt und fordert Öffnung der Straße von Hormus.
  • IPO-Volumen stieg trotz weniger Neuemissionen um 36% auf 40,6 Mrd. Dollar.

Markterholung durch Trumps Kriegsaussagen

Der DAX startete mit einem deutlichen Plus von 2,7 Prozent in den April und schloss bei 23.298 Punkten, nachdem er im März rund zehn Prozent verloren hatte. Diese Erholung wurde durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump ausgelöst, der in einem Reuters-Interview verkündete, die USA würden "ziemlich schnell aus Iran abziehen", aber für "gezielte Schläge" zurückkehren könnten. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Iran habe um eine Waffenruhe gebeten, die USA würden dies prüfen, wenn die Straße von Hormus offen sei - "bis dahin bomben wir Iran in die Vergessenheit". Für Donnerstagnacht kündigte er eine Rede an die Nation zum Iran-Krieg an.

Geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Auswirkungen

Gleichzeitig drohte Trump mit einem möglichen Austritt der USA aus der NATO, da er die Unterstützung der Partner im Konflikt um die blockierte Straße von Hormus als mangelhaft kritisiert. Die USA sehen andere Länder in der Verantwortung für die Sicherung dieser wichtigen Handelsroute. Der Ölpreis gab daraufhin leicht nach, mit Brent-Rohöl zeitweise unter 100 Dollar je Barrel, notierte aber später wieder darüber. Trotz dieser kurzfristigen Entspannung haben führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognose für 2026 aufgrund der gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert und erwarten nun nur noch 0,6 Prozent Wachstum.

Riskanter Trump-Trade und Insiderverdacht

Experten warnen jedoch davor, sich auf den sogenannten "Trump-Trade" oder "TACO-Trade" (Trump Always Chickens Out) zu verlassen, der früher profitable Börsenstrategien versprach. Im Iran-Krieg wird dieser zunehmend riskant, da über ein Kriegsende nicht allein die USA entscheiden und bereits reale Schäden an Energieanlagen und Infrastruktur entstanden sind. Brisant ist, dass bei marktbewegenden Trump-Entscheidungen zuletzt auffällige Finanzwetten platziert wurden - etwa 500 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise nur 15 Minuten vor einem entsprechenden Trump-Post. Stephan Kemper von BNP Paribas vermutet "dass hier Insiderinformationen im Spiel sind".

Branchentrends und längerfristige Perspektiven

Parallel dazu zeigte der IPO-Markt im ersten Quartal weltweit 23 Prozent weniger Neuemissionen, aber ein um 36 Prozent gestiegenes Volumen auf 40,6 Milliarden Dollar, angetrieben von großen Emissionen in der Rüstungsbranche. Besonders die Rüstungsindustrie boomt: Der tschechische Konzern CSG sorgte mit dem größten IPO für Aufsehen, und auch mehrere deutsche Firmen wie Vincorion und Gabler Group debütierten an der Börse. Im Juni plant zudem der Raumfahrtgigant SpaceX einen spektakulären Börsengang. Chemiewerte wie BASF büßten dagegen nach zuvor gutem Lauf nach. Experten wie Christian Röhl von Scalable Capital raten Anlegern, sich nicht bei jeder Regung aus dem Weißen Haus aufzuregen, und warnen vor anhaltenden Inflations- und Stagflationsrisiken durch den Iran-Krieg, die noch Monate oder Jahre spürbar sein dürften.

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