Börsen erneut im Sog des Iran-Konflikts: DAX fällt deutlich, DHL-Aktie unter Druck
Wichtige Fakten
- • Der DAX schließt mit minus 1,6% bei 23.815 Punkten nach vorheriger Erholung.
- • DHL-Aktie verliert bis zu 5% nach verhaltenem Ausblick für 2026.
- • Brent-Ölpreis steigt um 3% auf 84,02 Dollar, plus 16% seit Wochenbeginn.
- • Internationale Schifffahrtsorganisation erklärt Persischen Golf zum Kriegsgebiet.
- • US-Börsen gelten in der Krise als sichere Häfen für Anleger.
Marktentwicklung und geopolitischer Einfluss
Nach einer kurzzeitigen Erholung ist die Angst an den Finanzmärkten zurückgekehrt: Der DAX schloss am 5. März 2026 mit einem Minus von 1,6 Prozent bei 23.815 Punkten, nachdem er am Vortag noch 1,7 Prozent auf 24.205 Punkte zugelegt hatte. Diese Volatilität wird durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus getrieben, die zu einem Börsenbeben geführt haben. Experten wie Jochen Stanzl von der Consorsbank betonen, dass die Schwankungsintensität der Kurse in beide Richtungen wirkt und Kursgewinne oft nur Momentaufnahmen sind. Die Märkte reagieren unterschiedlich: Während der Nikkei in Tokio seit dem Wochenende um mehr als sechs Prozent einbrach, verlor der Dow Jones in New York seit Wochenbeginn „nur“ 1,7 Prozent, was auf die Rolle der US-Börsen als sichere Häfen in unsicheren Zeiten zurückgeführt wird.
Auswirkungen auf globale Märkte und Industrien
Die geopolitischen Spannungen treten zunehmend an den Energiemärkten in den Vordergrund. Der Ölpreis ist erneut gestiegen: Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai wurde bei 84,02 US-Dollar je Barrel gehandelt, ein Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vortag und insgesamt rund 16 Prozent seit Wochenbeginn. Die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des globalen Ölhandels verläuft, ist nahezu zum Erliegen gekommen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden die Drohung erneuerten, sie im Kriegsfall zu kontrollieren. Die Internationale Schifffahrtsorganisation hat den Persischen Golf, den Golf von Oman und die Straße von Hormus offiziell zum Kriegsgebiet erklärt, wobei rund 20.000 Seeleute infolge des Konflikts feststecken. Diese Entwicklungen schüren Inflationssorgen, da eine anhaltende Ölpreiskrise den Spielraum für Zinssenkungen der US-Notenbank verringern könnte.
Unternehmensentwicklungen und Branchenausblick
Im Unternehmensbereich steht DHL im Fokus: Die Aktie des Logistikriesen rutschte als größter DAX-Verlierer zeitweise um mehr als fünf Prozent ab, nachdem das Unternehmen einen verhaltenen Ausblick für 2026 gab. DHL erwartet ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro, was im schlechtesten Fall nur ein kleines Plus im Vergleich zu 2025 darstellt und unter den Analystenerwartungen von knapp 6,4 Milliarden Euro liegt. Konzernchef Tobias Meyer verwies auf die Volatilität der Weltwirtschaft, die durch geopolitische Unsicherheiten wie die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und den Iran-Konflikt geprägt ist. Trotz sinkender Umsätze um 1,6 Prozent auf 82,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 konnte DHL den operativen Gewinn dank Einsparungen um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro steigern. Parallel dazu warnt der Pharma- und Technologiekonzern Merck vor einem Ergebnisrückgang von bis zu zehn Prozent im laufenden Jahr, was zusätzlich zur negativen Stimmung im DAX beiträgt.
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