Zentralrat beklagt Normalisierung des Antisemitismus in Deutschland
Wichtige Fakten
- • 68 % der jüdischen Gemeinden in Deutschland fühlen sich unsicherer seit dem 7. Oktober 2023.
- • 46 von 102 jüdischen Gemeinden meldeten antisemitische Vorfälle in den letzten 12 Monaten.
- • RIAS zählte 2024 bundesweit 8.627 antisemitische Vorfälle, 77 % mehr als 2023.
- • Jüdische Vorfälle umfassen Beleidigungen, Drohanrufe, Hasskommentare und Schmierereien.
- • Schuster: Antisemitismus erfuhr als Teil des öffentlichen Raums eine Normalisierung.
Antisemitismus in Deutschland: Zentralrat veröffentlicht neues Lagebild
Der Zentralrat der Juden in Deutschland beklagt eine besorgniserregende Normalisierung des Antisemitismus. Eine aktuelle Umfrage unter 102 jüdischen Gemeinden zeigt, dass fast jede zweite Gemeinde von antisemitischen Vorfällen betroffen ist. Viele Jüdinnen und Juden verbergen ihre Identität aus Angst.
Ergebnisse der Umfrage
68 Prozent der befragten Gemeinden fühlen sich unsicherer als vor dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Der Wert ist zwar leicht gesunken, bleibt aber hoch. Besonders häufig treten Beleidigungen, Drohanrufe, Hasskommentare und Schmierereien an Gebäuden auf, wie die Zentralrat-Umfrage ergab. Zudem sei bei vielen Gemeinden zu beobachten, dass Menschen auf das Tragen jüdischer Symbole verzichten.
Anstiege antisemitischer Vorfälle
Laut dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) wurden 2024 bundesweit 8.627 antisemitische Vorfälle registriert – ein Anstieg um 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zentralratspräsident Josef Schuster spricht von einer nicht hinnehmbaren Normalisierung des Antisemitismus. Er kritisierte, dass selbst Mordaufrufe in Graffitis in Berlin kaum öffentliche Empörung auslösten.
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.