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International 06.05.2026, 07:31 Aktualisiert: 06.05.2026, 12:08

Antisemitismus in Australien: Royal Commission hört erschütternde Zeugenaussagen

Unabhängiger Kandidat Joshua Kirsh berichtet von antisemitischen Fluten in sozialen Medien.

Wichtige Fakten

  • Unabhängiger Kandidat Joshua Kirsh berichtet von antisemitischen Fluten in sozialen Medien.
  • Kirsh erhielt Morddrohungen gegen jüdische Studenten vor Purim-Feierlichkeiten im Jahr 2019.
  • Ein 13-jähriger Junge wurde in der Schule antisemitisch gemobbt und in einen Mülleimer geworfen.
  • Ein 68-jähriger Mann mit antisemitischem T-Shirt wurde vor den Anhörungen festgenommen.
  • Die Kommission wurde nach dem Bondi-Massaker im Dezember eingerichtet.

Royal Commission zu Antisemitismus

Die dritte Anhörungstag der königlichen Kommission zu Antisemitismus und sozialem Zusammenhalt in Australien hat am Mittwoch erschütternde Zeugenaussagen zutage gefördert. Der unabhängige Kandidat für das NSW-Oberhaus, Joshua Kirsh, berichtete von einer Flut antisemitischer Beschimpfungen auf seinen Wahlwerbeanzeigen, darunter „Fuck off you Zionist cunt“ und Verschwörungstheorien. Kirsh sagte, er habe die Vorfälle dem Executive Council of Australian Jewry gemeldet.

Er schilderte zudem eine konkrete Morddrohung aus dem Jahr 2019: Ein anonymer Absender namens „Tötet die Juden“ drohte mit sechs automatischen Gewehren, um „Hunderte jüdischer Studenten“ an Purim zu töten. Die Polizei wurde eingeschaltet, die Veranstaltung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Ein weiterer Zeuge, ein jüdischer Vater („AAT“), erzählte von den Mobbing-Erfahrungen seines 13-jährigen Sohnes an einer Schule. Dieser sei „dreckiger Jude“ genannt, zu Boden gerissen, in einen Mülleimer geworfen und mit Nazi-Grüßen konfrontiert worden. Die Schule habe sich als „schlechter als null-unterstützend“ erwiesen. Am neuen Gymnasium leidet der Junge erneut unter antisemitischen Beschimpfungen, einschließlich eines Mitschülers, der sich mit schwarzem Klebeband einen Hitlerbart aufklebte.

Während der Anhörung versuchte ein 68-jähriger Mann mit einem T-Shirt, das die israelische Flagge mit einem Hakenkreuz kombinierte, die Polizei vor dem Gebäude aufzuhalten. Er leugnete antisemitische Motive, nannte die Situation in Gaza respektlos und wurde später festgenommen. Die Kommission, die nach dem Anschlag auf eine jüdische Gemeinde in Bondi im Dezember eingesetzt wurde, nimmt weiter Zeugenaussagen entgegen.

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