Antisemitismus-Vorfälle erschüttern Großbritannien und Australien
Wichtige Fakten
- • Zwei Männer bekannten sich in London einer antisemitischen Hassstraftat schuldig.
- • In Sydney wurde eine Frau nach antisemitischen Kommentaren bei einem Kinderspiel angeklagt.
- • Met Police nahm in vier Wochen rund 50 Personen wegen antisemitischer Hassverbrechen fest.
- • In London starben im Oktober zwei Juden bei Angriff nahe einer Synagoge in Manchester.
Antisemitismus auf TikTok und beim Kinder-Sport
Am vergangenen Donnerstag filmten Adam Bedoui (20) und Abdelkader Amir Bousloub (21) in Clapton Common, einem überwiegend jüdischen Viertel in Nordost-London, wie sie einen jüdischen Mann verbal beleidigten. Die Tat wurde auf TikTok gestellt. Die Metropolitan Police gab am Samstag bekannt, dass die beiden Männer versucht hatten zu fliehen, aber gefasst und vor Gericht gestellt wurden. Sie bekannten sich vor dem Thames Magistrates' Court schuldig. Parallel dazu sorgte ein Vorfall in Sydney für Aufsehen: Bei einem Netball-Spiel der unter 12-Jährigen zwischen dem Maccabi Club und dem Saints Club in Maroubra soll eine 42-jährige Frau antisemitische Kommentare gemacht haben. Sie wurde nach Ermittlungen wegen Verwendung beleidigender Sprache angeklagt. Der Präsident des Maccabi Netball NSW sprach von einem „zutiefst verstörenden“ Vorfall.
Großkundgebung in London gegen Judenhass
Nach einer Serie antisemitischer Übergriffe, darunter Brandanschläge auf Synagogen und die tödliche Messerattacke auf zwei Juden in Manchester, fand am Sonntag eine Kundgebung vor der Downing Street in London statt. Organisatoren riefen die „schweigende Mehrheit“ auf, Solidarität zu zeigen. Premierminister Keir Starmer und Oppositionsführer Kemi Badenoch waren als Redner eingeplant. Kritisch gesehen wurde die Einladung an Nigel Farage (Reform UK), dem Rassismus und Verbindung zu rechtsextremen Kreisen vorgeworfen werden. Mehr als 2.000 Unterzeichner einer Petition forderten hingegen, Farage auszuschließen. Britische Vertreter verschiedener Religionen – Christen, Muslime, Sikhs, Hindus und Zoroastrier – veröffentlichten gemeinsam einen Brief gegen Antisemitismus. Präsident der Jüdischen Repräsentanten (Board of Deputies) verteidigte die Einladung Farages mit dessen Einfluss und Unterstützung im Kampf gegen Antisemitismus.
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