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Gesellschaft 01.08.2026, 14:44 Aktualisiert: 01.08.2026, 18:00

Auswandern: Traum oder teures Risiko?

Viele Auswanderer unterschätzen Bürokratie und Kosten, wie das Beispiel Mallorca zeigt.

Wichtige Fakten

  • Viele Auswanderer unterschätzen Bürokratie und Kosten, wie das Beispiel Mallorca zeigt.
  • Das Auswandererschutzgesetz erlaubt kostenpflichtige Beratung nur mit Genehmigung des BVA.
  • Ein Paar zahlte für fehlerhafte Steuerberatung 5-stellige Nachzahlung.
  • Influencer-Showcases bieten selten Einblick in den Alltag und die tatsächlichen Kosten.
  • Trotz Strapazen ziehen Auswanderer oft positive Bilanz, wie Charlotte Weise

Traum vom Auswandern

Immer mehr Deutsche träumen davon, ihr Heimatland zu verlassen und in wärmeren Gefilden wie Spanien ein neues Leben zu beginnen. Auf Social Media locken Bilder von Strand und Lebensfreude. Doch der Schritt ins Ausland birgt viele finanzielle und bürokratische Fallstricke, die oft unterschätzt werden. Das Beispiel des Paares Tati und Kenny aus Dresden zeigt: Ohne Jobs und Spanischkenntnisse auf Mallorca anzukommen, bedeutet zunächst, mit Ersparnissen zu leben und sich mit Ämtern herumzuschlagen. Die lokale Anmeldung, das sogenannte Empadronamiento, ist notwendig für Steuernummer und Krankenversicherung – Termine sind rar, manche helfen sich mit kostenpflichtigen Agenturen.

Unterschätzte Bürokratie und Kosten

Auswanderungsberaterin Nina Treue vom Raphaelswerk in Hamburg warnt, dass viele die Regelungen in Deutschland unterschätzen: Abmeldung beim Einwohnermeldeamt, Finanzamt, Krankenversicherung. Sie rät, zumindest das Rückflugticket finanzieren zu können. In Spanien sind Lebenshaltungskosten nicht unbedingt niedriger: Die Lehrerin Katha zahlt über 1.000 Euro Miete für eine 52-Quadratmeter-Wohnung in Palma. Zudem können die Abgaben für Selbstständige höher als in Deutschland sein. Soziale Medien verschönen oft die Realität; Coaching-Angebote sind teuer, und die Qualität ist unklar. Eine seriöse Beratung ist nur mit offizieller Erlaubnis des Bundesverwaltungsamtes erlaubt, sonst drohen Bußgelder.

Erfahrungen

YouTuber Evanijo musste nach Madeira eine fünfstellige Steuernachzahlung leisten, weil sein Steuerbüro fehlerhaft arbeitete. Influencerin Charlotte Weise kehrte nach sechs Jahren aus Spanien zurück, weil ihr Kind die Familie in Deutschland vermisste. Trotz Schwierigkeiten würde sie es wieder tun, betont, dass aber eine realistische Sicht notwendig sei.

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