BBC priorisiert Social Media vor Radio 4 Today-Programm
Wichtige Fakten
- • Das Today-Programm hat über 5 Millionen Hörer pro Woche.
- • BBC-Korrespondenten sollen künftig zuerst Social Media bedienen.
- • Insider bezeichnen die Änderung als „Akt des Vandalismus“.
- • Die BBC muss mindestens 500 Millionen Pfund einsparen.
- • Das Weltnachrichtenprogramm The World Tonight wird gestrichen.
Strategiewechsel bei der BBC
Mitarbeiter des BBC Radio 4-Flaggschiffs Today wurden informiert, dass die Erstellung von Inhalten für soziale Plattformen wie TikTok und Instagram künftig Vorrang vor traditionellen Sendungen haben soll. Das Programm, das wöchentlich über 5 Millionen Hörer erreicht, würde damit faktisch herabgestuft – ein Schritt, der laut Insidern die jahrzehntelange Rolle der Sendung als Nachrichteninstitution Großbritanniens untergrabe. Kombiniert mit Stellenkürzungen droht Today zunehmend auf externe Quellen angewiesen zu sein, insbesondere in den ersten drei Stunden. Ein BBC-Sprecher betont jedoch, Radio sei weiterhin enorm wichtig und Today bleibe das Flaggschiff.
Reaktionen und Befürchtungen
Einige Mitarbeiter zeigen sich alarmiert und niedergeschlagen über die neue Priorität für Digitalinhalte. Andere halten die Verschiebung für unvermeidbar, da die BBC sich an gesunkene lineare TV-Zuschauerzahlen und ein älteres Publikum anpassen müsse. Befürchtet wird, dass die Interessen von Social-Media-Nutzern nicht mit denen der meinungsbildenden Radio-4-Hörerschaft übereinstimmen. Der ehemalige Moderator Amol Rajan sagte, die Änderung sei ein „Schlag in die Magengrube“ und ein „Akt des Vandalismus“. Die BBC betont, dass die Einsparungen von mindestens 500 Millionen Pfund und veränderte Hörgewohnheiten die neuen Arbeitsweisen erzwingen.
Hintergrund der Kürzungen
Das Today-Programm war bisher weitgehend von Sparmaßnahmen verschont geblieben – abgesehen von der Reduzierung des Moderatoren-Teams von fünf auf vier. Das Schwesterprogramm The World Tonight soll ganz eingestellt werden. Der neue BBC-Intendant Matt Brittin steht vor weiteren schmerzhaften Entscheidungen. Der Konflikt zeigt, wie tief die Sparprogramme in die Struktur der BBC eingreifen: Wo einst faktenbasierte Aufklärung Priorität hatte, steht nun die Reichweite auf Digitalplattformen im Vordergrund.
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