Benin vor Präsidentschaftswahl: Demokratische Übergang oder Scheinkontest?
Wichtige Fakten
- • Finanzminister Romuald Wadagni ist klarer Favorit für die Nachfolge von Präsident Patrice Talon.
- • Eine Verfassungsänderung verlängert künftige Amtszeiten von fünf auf sieben Jahre.
- • Oppositionsparteien wurden durch höhere Kandidatur-Hürden praktisch ausgeschaltet.
- • Im Januar gewann die Regierungskoalition alle 109 Parlamentssitze.
- • Benin erlebte im Dezember 2025 einen gescheiterten Putschversuch.
Wahl in Benin: Übergang mit Hindernissen
Benin steht am Sonntag vor einer Präsidentschaftswahl, die nach dem Ausscheiden von Amtsinhaber Patrice Talon nach zwei Amtszeiten stattfindet. Der klare Favorit ist Finanzminister Romuald Wadagni, Kandidat der Regierungskoalition, der ohne Vorwahlen aufgestellt wurde. Eine umstrittene Verfassungsänderung verlängert künftige Amtszeiten von fünf auf sieben Jahre, wobei der Gewinner zwei solcher Perioden anstreben kann.
Eingeschränkte demokratische Teilhabe
Die Opposition ist praktisch ausgeschaltet: Durch höhere Hürden für Kandidaturen – unter anderem müssen Parteien 10% der Stimmen für Parlamentssitze erreichen – gewann die Regierungskoalition im Januar alle 109 Parlamentssitze. Die wichtigste Oppositionspartei, die Demokraten, stellt keinen Kandidaten auf, nachdem ihr Duo vom Verfassungsgericht ausgeschlossen wurde. Die Wahlbeteiligung lag im Januar bei nur 36%.
Hintergrund: Gescheiterter Putsch und schwindender Spielraum
Die Wahl folgt auf einen gescheiterten Putschversuch im Dezember 2025, der auf Unzufriedenheit in Teilen des Militärs und zunehmende jihadistische Angriffe an den Grenzen zurückgeführt wird. Menschenrechtsorganisationen kritisieren eine schrumpfende zivile Freiheit: Medien wurden geschlossen, Journalisten willkürlich festgenommen, und Zwangsräumungen gefährden tausende Menschenrechte.
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