BioNTech-Standortschließungen: Warnungen vor Impfstoff-Engpässen und Kritik an Täuschung
Wichtige Fakten
- • BioNTech schließt fast alle deutschen Produktionsstandorte und streicht bis zu 1.860 Stellen.
- • Covid-Impfstoffherstellung wird vollständig an US-Partner Pfizer übertragen.
- • CureVac-Gründer Ingmar Hoerr wirft BioNTech Täuschung vor.
- • IMK-Experte Dullien warnt vor möglichen Versorgungsengpässen bei Impfstoffen.
- • IG BCE kritisiert die Schließungen als „gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit“.
Standortschließungen und Stellenabbau
Der Mainzer Biotechkonzern BioNTech kündigte an, fast alle heimischen Produktionsstandorte zu schließen und bis zu 1.860 Stellen zu streichen. Die Herstellung des Covid-Impfstoffs wird komplett an den US-Partner Pfizer übertragen. Betroffen sind die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie die Standorte des übernommenen Tübinger Rivalen CureVac. In Deutschland bleiben neben dem Hauptsitz in Mainz nur noch Bürostandorte in Berlin und München erhalten. Die BioNTech-Führung begründet die Entscheidung mit geringer Auslastung, Überkapazitäten und Kostensenkungen.
Kritik und Warnungen
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, warnte vor möglichen Versorgungsengpässen im Krisenfall und forderte industriepolitische Maßnahmen zur Sicherung strategischer Güter. CureVac-Gründer Ingmar Hoerr wirft BioNTech Täuschung vor, da die Übernahme ursprünglich zur Schaffung eines gemeinsamen starken Unternehmens dienen sollte. Die Gewerkschaft IG BCE kritisierte die Entscheidung als „gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit“ und „Fr frontalangriff auf die Beschäftigten“ und befürchtet eine Schwächung des Pharmastandorts Deutschland.
Hintergrund
BioNTech entwickelt weiterhin mRNA-Medikamente gegen Krebs und andere Krankheiten. CureVac forschte ebenfalls an mRNA-Technologie, scheiterte jedoch bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs mit vergleichsweise geringer Wirksamkeit. Die Übernahme von CureVac für rund eine Milliarde Euro wurde im Dezember 2025 abgeschlossen.
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