Brief enthüllt: Britische Firma handelte auch nach Abschaffung mit Sklaven
Wichtige Fakten
- • Ein Brief von 1847 belegt, dass Sandbach Tinne versklavte Afrikaner nach Guyana verschiffte.
- • Das Schiff '.Post.' Parker transportierte 324 Menschen, darunter 41 Kleinkinder.
- • Der Absender Peter Miller Watson bezeichnete die Verschleppten als „Fracht“.
- • Die Britische Armee kompensierte Sandbach Tinne für den Verlust der Sklaven.
- • Die Schuldentilgung für Sklavenhalter endete erst 2015 in Großbritannien.
Historischer Beweis
Ein neu entdeckter Brief von 1847 belegt, dass die britische Handelsfirma Sandbach Tinne & Co. noch nach der offiziellen Abschaffung des Sklavenhandels (1807) und der Sklaverei (1833) versklavte Afrikaner illegal transportierte. Der Brief wurde von Peter Miller Watson, einem Verwandten von Premierminister William Gladstone, an das Liverpooler Büro der Firma geschickt.
Die Details
Er beschreibt ein Schiff mit über 324 Menschen, darunter Kinder und „115 erwachsene Männer“. Die verschleppten Menschen wurden als „cargo“ (Fracht) bezeichnet, ein Begriff, der nur für Sklaven verwendet wurde, und ihr Tod wurde als Eigentumsverlust verbucht.
Kontext und Folgen
Die Firma Sandbach Tinne, die auch der Gladstone-Familie gehörte, dominierte den Zuckerhandel in Guyana (Demerara) und erhielt bereits 1834 Kompensationszahlungen vom Staat. Der Buchautor Malik Al Nasir, dessen Nachfahren mit der Firma verbunden sind, ist überzeugt, dass die unbedingte Diagnose einer unangemessenen moralischen Selbstkritik nicht ihn betreffen würde, aber er betont die verpasste historische Gerechtigkeit. Neue Forschungsprojekte sollen die Netzwerke und Schuld über Generationen hinweg deutlich machen. Ehemalige Kolonien und Nachfahren sprechen von einer verbindlichen Aufarbeitung – Initiativen wie „Overwriting-Underwriting“ in Liverpool bringen Wissenschaft und Erinnerungskultur zusammen.
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