Teilen:
Wirtschaft 03.05.2026, 09:13 Aktualisiert: 03.05.2026, 12:01

Britische Fluggesellschaften dürfen bei Treibstoffknappheit Sprit sparen

Im Falle von Treibstoffknappheit können Airlines Flüge Wochen vorher streichen.

Wichtige Fakten

  • Im Falle von Treibstoffknappheit können Airlines Flüge Wochen vorher streichen.
  • Start- und Landerechte an überlasteten Flughäfen bleiben so erhalten.
  • Die Regierung will so kurzfristige Annullierungen vermeiden.
  • Großbritannien importiert 65% seines Flugbenzins, viel aus dem Nahen Osten.
  • Die Straße von Hormus-Schließung gefährdet Treibstoffnachschub.
  • Ein Minister ist zuversichtlich, die meisten Reisen laufen normal.

Die britische Regierung hat neue Notfallpläne angekündigt, um Fluggesellschaften bei Treibstoffknappheit mehr Flexibilität zu geben. Airlines können demnach Flüge Wochen im Voraus streichen, ohne ihre begehrten Start- und Landerechte an stark frequentierten Flughäfen wie Heathrow zu verlieren. Transportministerin Heidi Alexander zeigte sich zuversichtlich, dass die meisten Reisen diesen Sommer ähnlich wie im Vorjahr verlaufen werden.

Hintergrund ist die befürchtete Treibstoffknappheit aufgrund der Iran-Krise: Die Schließung der Straße von Hormus könnte die Lieferungen aus dem Nahen Osten unterbrechen. Großbritannien importiert rund 65% seines Kerosins, ein bedeutender Teil stammt aus der Region. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte, dass Europa ohne zusätzliche Lieferungen ab Juni Engpässe drohen. Um die kurzfristigen Annullierungen zu vermeiden, erlauben die neuen Regeln den Airlines, ihre Flugpläne anzupassen, etwa durch Streichung einzelner Flüge auf Strecken mit mehreren täglichen Verbindungen.

Reisejournalist Simon Calder erklärte das Prinzip am Beispiel Lufthansa: Wenn die Airline täglich zehn Flüge von London nach Frankfurt anbietet, könnte sie im Sommer zwei oder drei streichen und Passagiere auf andere Zeiten umbuchen, um Treibstoff zu sparen. Dies schütze vor allem Urlaubsflüge zu Zielen mit selteneren Verbindungen vor dem Ende der Reisekette. Die Fluglinien selbst sehen derzeit keine Treibstoffprobleme, begrüßen aber die Vorsorgemaßnahmen. Großbritannien versucht zudem, mehr Kerosin aus den USA und Westafrika zu importieren und die heimischen Raffinerien zu maximaler Produktion zu bewegen. Die Empfehlungen sehen auch vor, dass Airlines alternative Treibstoffe wie Jet A einsetzen dürfen, um die Versorgung zu sichern. Fluggesellschaften hoffen zudem auf eine Einstufung der Treibstoffknappheit als "außergewöhnlichen Umstand", was sie von Entschädigungszahlungen befreien würde.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.