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International 28.02.2026, 20:14 Aktualisiert: 28.02.2026, 23:01

Britischer Minister tritt nach Kontroverse um Journalisten-Recherchen zurück

Josh Simons trat als Kabinettsminister zurück, nachdem er eine PR-Firma beauftragt hatte, Journalisten zu untersuchen.

Wichtige Fakten

  • Josh Simons trat als Kabinettsminister zurück, nachdem er eine PR-Firma beauftragt hatte, Journalisten zu untersuchen.
  • Die Firma APCO Worldwide erhielt mindestens 30.000 Pfund für einen Bericht über Journalisten, der auch persönliche Details enthielt.
  • Der Ethik-Berater stellte fest, dass Simons den Ministerkodex nicht verletzt hatte, aber seine Position beschädigt war.
  • Simons bestritt, Journalisten schaden zu wollen, und erklärte, er sei eine Ablenkung von der Regierungsarbeit geworden.
  • Die Denkfabrik Labour Together, die Simons früher leitete, bezeichnete den Umfang der Untersuchung als 'unvertretbar'.

Rücktritt nach Kontroverse

Der britische Labour-Minister Josh Simons ist von seinem Amt im Kabinettsamt zurückgetreten, nachdem eine Kontroverse um die Beauftragung einer PR-Firma zur Untersuchung von Journalisten aufgeflammt war. Simons, der zuvor die Denkfabrik Labour Together leitete, hatte APCO Worldwide beauftragt, die Hintergründe von Berichten über undeklarierte Spenden an die Denkfabrik zu untersuchen. Der Bericht enthielt persönliche Informationen über Journalisten, darunter Details zur jüdischen Herkunft eines Reporters, was zu breiter Kritik führte.

Untersuchung und Reaktionen

Der unabhängige Ethik-Berater von Premierminister Keir Starmer, Sir Laurie Magnus, kam zu dem Schluss, dass Simons den Ministerkodex nicht verletzt habe, aber dass seine Position durch die Wahrnehmung einer Diskrepanz zwischen seinen öffentlichen Aussagen und dem tatsächlichen Umfang der Untersuchung beschädigt sei. Simons erklärte in seinem Rücktrittsschreiben, er sei zu einer Ablenkung von der wichtigen Regierungsarbeit geworden und habe nie beabsichtigt, Journalisten zu schädigen. Mehr als 20 Labour-Abgeordnete hatten zuvor eine unabhängige Untersuchung gefordert.

Folgen und Aufarbeitung

Labour Together, die mit der Wahl von Starmer zum Labour-Vorsitzenden in Verbindung gebracht wird, bezeichnete den Umfang der APCO-Untersuchung als 'unvertretbar' und kündigte interne Reformen an. Simons hatte zuvor behauptet, die Firma sei über ihren Auftrag hinausgegangen, doch E-Mails zeigten, dass er Sicherheitsbehörden über angebliche Verbindungen der Journalisten zu pro-russischen Netzwerken informiert hatte, was er später bestritt. Starmer akzeptierte den Rücktritt mit Bedauern und betonte die Bedeutung einer freien Presse.

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