Bundeseigene SEFE handelt russisches LNG in Milliardenhöhe: Habeck wusste angeblich nichts
Wichtige Fakten
- • SEFE-Chef traf sich April 2023 in Dubai mit Putin-Vertrautem Mikhelson.
- • Geliefertes Yamal-LNG landete zu 98% in Europa, nicht Indien.
- • Bis Ende 2024 dürfte Kreml 1,5 Mrd. Dollar Steuern erhalten haben.
- • EU-Verbot für russisches LNG soll Ende 2025 greifen.
- • Wirtschaftsministerium und Kanzleramt geben an, nicht informiert gewesen zu sein.
Hintergrund des Deals
Ein brisanter NDR-Bericht enthüllt, dass der Chef der bundeseigenen SEFE Energietochter Egbert Laege im April 2023 in Dubai mit Leonid Mikhelson, Vorstandsvorsitzender von Novatek und enger Vertrauter von Wladimir Putin, verhandelte. Ziel war die Wiederaufnahme russischer LNG-Lieferungen aus dem Yamal-Projekt, nachdem Deutschland 2022 unter anderem durch die Verstaatlichung von Gazprom Germania faktisch den Gashahn abgedreht hatte. Der Kreml genehmigte die Exporte, obwohl der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck erst kurz zuvor öffentlich betont hatte, man kaufe kein russisches Gas mehr.
Gas kam trotz gegenteiliger Behauptungen nach Europa
Zur Verschleierung der wahren Handelsströme soll Laege intern eine fingierte Indien-Geschichte vorgeschlagen haben. Öffentlich erklärte die SEFE, die Lieferung diene zur Erfüllung eines alten Vertrags mit einem indischen Kunden. Analysen von "Urgewald" belegen allerdings, dass 98 Prozent der Yamal-Exporte in europäischen Häfen wie Seebrügge und Dünkirchen landeten, von wo das Gas ins europäische Pipeline-Netz, auch nach Deutschland, eingespeist wird. Habeck, inzwischen nicht mehr im Amt, verweigert eine Stellungnahme; sein Ministerium und das Kanzleramt gaben an, nicht informiert gewesen zu sein.
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