Bundesrat ermöglicht regulierte Wolfsjagd in Deutschland
Wichtige Fakten
- • Wölfe dürfen unter strengen Voraussetzungen bejagt werden.
- • Jagdzeit ist von Juli bis Oktober bei zu großer Population.
- • Bei Übergriffen auf Weidetiere ist Entnahme jederzeit möglich.
- • 2024 gab es rund 1.100 Wolfsübergriffe mit 4.300 Nutztieren.
- • Staat fördert weiterhin Herdenschutzmaßnahmen finanziell.
Gesetzesänderung ermöglicht regulierte Wolfsjagd
Der Bundesrat hat nach dem Bundestag einer Gesetzesänderung zugestimmt, die den Wolf in das Bundesjagdgesetz aufnimmt und damit eine regulierte Bejagung unter strengen Voraussetzungen ermöglicht. Vorrangiges Ziel ist der bessere Schutz von Weide- und Haustieren, da mit der stark gestiegenen Wolfspopulation auch die Gefahr für Nutztiere zunimmt – im Jahr 2024 wurden bei etwa 1.100 Übergriffen rund 4.300 Tiere gerissen oder verletzt.
Regelungen und Bedingungen für die Jagd
Künftig können Wölfe in Regionen mit Problemen durch eine zu große Population von Juli bis Oktober bejagt werden, sofern regionale Behörden Bestandsmanagementpläne vorlegen. Bei Übergriffen auf Weidetiere ist eine Entnahme unabhängig von Jagdzeit und Erhaltungszustand möglich. Zudem können Länder Gebiete wie Almen oder Deiche festlegen, wo die Jagd erforderlich ist, wenn Schutzmaßnahmen schwer umsetzbar sind. Für Herdenschutz wie Zäune oder Hunde gibt es weiterhin staatliche Förderung.
Reaktionen und Hintergrund
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) und der Deutsche Bauernverband begrüßen die Entscheidung als Schritt zur Sicherung der Weidetierhaltung, während Umweltorganisationen und der Förderverein der Deutschen Schafhaltung die Maßnahmen als unzureichend oder zu zögerlich kritisieren. Wölfe waren in Deutschland lange ausgestorben, seit 2000 leben sie wieder wild, hauptsächlich in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen und Brandenburg.
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