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Wirtschaft 13.03.2026, 07:34 Aktualisiert: 13.03.2026, 08:37

Chemiebranche in Deutschland steckt in tiefgreifender Krise

Die Produktion der Chemiebranche sank 2025 um 3,3 Prozent, der Umsatz um 3,8 Prozent.

Wichtige Fakten

  • Die Produktion der Chemiebranche sank 2025 um 3,3 Prozent, der Umsatz um 3,8 Prozent.
  • Seit 2022 wurden 34.000 Arbeitsplätze gestrichen oder verlagert.
  • Die Kapazitätsauslastung der Anlagen lag nur noch bei 72 Prozent.
  • Unternehmen klagen über stark gestiegene Energie- und CO2-Kosten sowie Bürokratie.

Krisenjahr für die Chemieindustrie

Die deutsche Chemiebranche blickt auf ein äußerst schlechtes Jahr 2025 zurück. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) sank die Produktion um 3,3 Prozent und der Gesamtumsatz sogar um 3,8 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen lag im Schnitt nur noch bei 72 Prozent. Dieser Abwärtstrend setzt sich seit 2022 fort; in diesem Zeitraum wurden bereits 34.000 Arbeitsplätze gestrichen oder ins Ausland verlagert.

Unternehmen unter Druck

Mittelständische Betriebe wie Gechem in der Pfalz geraten durch stark gestiegene Energiekosten und zunehmende Bürokratie in Schwierigkeiten. Die Geschäftsführerin Martina Nighswonger berichtet von einer Verdoppelung der Gaskosten und einem deutlichen Anstieg der Stromkosten, trotz eigener PV-Anlage. Zusätzlich belasten CO2-Abgaben und umfangreiche Nachweispflichten die Unternehmen.

Kritik an der Politik

Der VCI und Unternehmensvertreter wie BASF-Chef Markus Kamieth kritisieren die Bundesregierung scharf für fehlende Reformen und die hohe Belastung durch das europäische CO2-Preissystem. Sie warnen vor weiteren Firmenschließungen und einem Strukturbruch, da Wettbewerber außerhalb der EU nicht mit ähnlichen Kosten konfrontiert sind. Für 2026 wird keine Besserung erwartet.

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