Dänemark wählt am 24. März: Frederiksen setzt auf Grönland-Effekt
Wichtige Fakten
- • Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat Neuwahlen für den 24. März 2026 angekündigt.
- • Die Wahl soll über Sicherheit und das Verhältnis zu den USA entscheiden.
- • Frederiksens Umfragewerte stiegen nach ihrem Auftreten in der Grönland-Krise deutlich an.
- • Die Regierungskoalition droht ihre Mehrheit zu verlieren, nachdem sie bei Kommunalwahlen stark verlor.
- • Frederiksen schlägt eine Vermögenssteuer zur Finanzierung von Schulen vor.
Neuwahlen in Dänemark
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat vorgezogene Neuwahlen für den 24. März 2026 angekündigt und will dabei von ihrem gestiegenen Popularitätszuwachs profitieren, der auf ihre klare Haltung im Grönlandkonflikt mit den USA zurückzuführen ist. In einer Rede vor dem Parlament bezeichnete sie die kommenden vier Jahre als "entscheidend" für das Land und betonte, dass Sicherheit die Grundlage der dänischen Politik bleiben müsse. Sie forderte, dass Dänemark und Europa "auf eigenen Füßen stehen" und ihr Verhältnis zu den USA neu definieren müssten.
Hintergrund: Grönland-Krise und Umfrageerfolg
Die Ankündigung folgt auf monatelange Spannungen mit den USA unter Präsident Donald Trump, der wiederholt mit einer Annexion Grönlands gedroht hatte. Frederiksen wies diese Forderungen zurück und sicherte sich die Unterstützung europäischer Verbündeter, was ihr in Umfragen einen deutlichen Schub brachte. Laut aktuellen Erhebungen stiegen die Zustimmungswerte für ihre Sozialdemokraten von 17 Prozent im Dezember auf nun 22-23 Prozent, obwohl die Partei bei Kommunalwahlen in Kopenhagen eine schwere Niederlage erlitt und erstmals seit 87 Jahren das Bürgermeisteramt verlor.
Wahlkampf und politische Ausrichtung
Im Wahlkampf kündigte Frederiksen eine Vermögenssteuer zur Finanzierung von Schulen an und will die Zukunft des dänischen Commonwealth (Dänemark, Grönland, Färöer) sichern. Die derzeitige Regierungskoalition aus drei unterschiedlichen Parteien droht ihre Mehrheit zu verlieren, was die Wahl zu einer Weichenstellung macht. Frederiksen signalisierte Offenheit für Koalitionen im Zentrum oder mit linken Partnern und betonte, dass ihr Verbleib als Ministerpräsidentin von einem starken Mandat der Wähler abhänge.
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