Teilen:
Kultur 23.06.2026, 00:00 Aktualisiert: 23.06.2026, 10:02

Kriegsende-Jahrestag: Hiroshima-Überlebender veröffentlicht nach 80 Jahren verschollenes Memoir

Das Manuskript wurde in einer Yale-Bibliothek entdeckt.

Wichtige Fakten

  • Das Manuskript wurde in einer Yale-Bibliothek entdeckt.
  • Verfilmung unter dem Titel 'Hiroshima, 8:15' ab 2027.
  • Autor war Priester Kiyoshi Tanimoto, der den Abwurf überlebte.
  • Das Vorwort schrieb seine 81-jährige Tochter Koko Tanimoto Kondo.

Eine historische Wiederentdeckung

Ein vor fast 80 Jahren verfasstes Memoir eines Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Hiroshima wird erstmals veröffentlicht. Das 230-seitige Manuskript von Kiyoshi Tanimoto, einem methodistischen Priester, lag jahrzehntelang in einer Yale-Bibliothek. Seine Tochter Koko Tanimoto Kondo schrieb ein 9000-Wörter langes Vorwort, in dem sie die Bedeutung des Erinnerns betont. Die Veröffentlichung erfolgt am 6. August 2026 bei Random House in den USA und bei Penguin weltweit, pünktlich zum Jahrestag des Angriffs.

Eine zeitgemäße Botschaft gegen Atomwaffen

Der Filmproduzent Donald Rosenfeld, früher Präsident von Merchant Ivory Productions, wird das Werk unter dem Titel 'Hiroshima, 8:15' verfilmen. Der japanische Schauspieler Takehiro Hira soll Tanimoto darstellen; die Vorproduktion beginnt im November 2026. Rosenfeld betont die Aktualität des Themas angesichts heutiger nuklearer Bedrohungen durch den Iran und Nordkorea und warnt, dass moderne Atomwaffen tausendfach stärker sein könnten als die 1945 eingesetzte Bombe. Regie führt Phil Joanou, bekannt für 'State of Grace'. Tanimotos Enkelin ist in die Recherche eingebunden und bringt die Macher mit weiteren Überlebenden in Kontakt.

Der historische Kontext

Am 6. August 1945 warf die US-Armee die erste Atombombe auf Hiroshima ab; schätzungsweise 120.000 Menschen starben in den ersten vier Tagen. Drei Tage später folgte der Abwurf auf Nagasaki, etwa 73.000 Tote. Japan kapitulierte am 15. August und beendete damit den Zweiten Weltkrieg. Tanimoto überlebte, weil er an jenem Tag einen Schrank in eine andere Stadt transportierte. Sein Memoir, das auch auf den Recherchen des Pulitzerpreisträgers John Hersey basiert, schildert die Verwüstung und das Leid der Opfer eindringlich.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.