DAX-Erholung verliert an Schwung - UniCredit-Gewinne beflügeln Bankaktien
Wichtige Fakten
- • Der DAX notierte am frühen Nachmittag mit 0,4 % Plus bei 24.820 Punkten, nachdem er zeitweise bis auf 60 Punkte an die 25.000-Marke herankam.
- • UniCredit steigerte ihren Gewinn im Vorjahr um 14 % auf 10,6 Mrd. Euro und kündigte für 2026 11 Mrd. Euro sowie bis 2028 13 Mrd. Euro Nettogewinn an.
- • Die italienische Bank will 80 % ihrer Gewinne für Dividenden und Aktienrückkäufe ausgeben, unter der Strategie "UniCredit unlimited" mit möglichem Stellenabbau.
- • UniCredit hält über 26 % an der Commerzbank und fast 30 % an Alpha Bank, erwartet bis 2028 1 Mrd. Euro Zusatzerträge aus diesen Beteiligungen.
- • Eine Vollübernahme der Commerzbank würde UniCredit bei aktuellem Kurs etwa 27 Mrd. Euro kosten, da der Börsenwert seit 2024 um 175 % gestiegen ist.
DAX-Entwicklung und Bankaktien
Die Erholung des DAX hat im Verlauf des 9. Februar 2026 leicht an Schwung verloren, nachdem der deutsche Leitindex zu Wochenbeginn dynamisch fortgesetzt worden war. Zeitweise kam der DAX bis auf 60 Punkte an die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke heran, fiel dann aber wieder zurück. Am frühen Nachmittag notierte er mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 24.820 Punkten. Auffallend stark präsentierten sich die Bankaktien, was Marktteilnehmer mit dem zuversichtlichen Gewinnausblick der UniCredit begründen.
UniCredit-Gewinne und Strategie
Die italienische Großbank UniCredit hat ihren Gewinn im abgelaufenen Jahr um 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro gesteigert und legte die Latte für die nächsten Jahre höher. Für das laufende Jahr kündigte Vorstandschef Andrea Orcel einen Nettogewinn von elf Milliarden Euro an, bis 2028 sollen es 13 Milliarden Euro werden. Unter dem Motto "UniCredit unlimited" will die Bank in den kommenden Jahren 80 Prozent ihrer Gewinne für Dividenden und Aktienrückkäufe ausgeben, wobei die Strategie auch einen möglichen weiteren Stellenabbau beinhaltet. Die UniCredit-Aktie kletterte am Morgen auf den höchsten Stand seit 2009 und hat seit Orcels Amtsantritt 2021 ihren Kurs verneunfacht.
Beteiligungen und Übernahmefrage
Die sprudelnden Gewinne hat UniCredit auch ihren Beteiligungen an der Commerzbank (über 26 Prozent) und der griechischen Alpha Bank (29,8 Prozent) zu verdanken, aus denen bis 2028 zusätzliche Erträge von einer Milliarde Euro erwartet werden. Damit rückt die Frage einer möglichen Vollübernahme der Commerzbank wieder in den Fokus. Orcel gab sich gegenüber CNBC gelassen und betonte, dass dies "zur rechten Zeit, wenn die Umstände stimmen" passieren könnte. Allerdings würde ein solcher Schritt in Deutschland auf große Widerstände stoßen, da sich die Commerzbank-Führung und der Betriebsrat mit Unterstützung der Bundesregierung dagegen stemmen. Zudem wäre eine Übernahme deutlich teurer geworden: Der Börsenwert der Commerzbank ist seit UniCredits Einstieg im September 2024 um rund 175 Prozent auf zuletzt etwa 39 Milliarden Euro gestiegen, sodass für die noch nicht gehaltenen Aktien etwa 27 Milliarden Euro fällig würden.
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