DAX verharrt unter 26.000 Punkten – Zinssorgen und Ölpreise belasten
Wichtige Fakten
- • DAX notiert unter 26.000 Punkten, verliert zeitweise über 800 Punkte.
- • Ölpreise bleiben über 90 Dollar, Straße von Hormus geschlossen.
- • EZB-Zinserhöhung gilt als sicher, Fed-Anleger warten auf Jobdaten.
- • Broadcom verdoppelt KI-Umsatzprognose für 2025/26 auf 115 Milliarden Dollar.
- • Börse erwartet US-Arbeitsmarktbericht; Helaba: Stellenplus könnte Zinserhöhung bestärken.
Marktlage: DAX bleibt unter Druck
Der deutsche Leitindex pendelt am Donnerstag im frühen Handel um seinen Vortagesschluss und bleibt damit deutlich unter der 26.000-Punkte-Marke. Nach einem Verlust von 0,5 Prozent am Mittwoch auf 25.839 Zähler notiert der DAX weiterhin unter dem Niveau, das er nach seinem Rekordhoch vom vergangenen Freitag bei 26.618 Punkten verlassen hat. Zwischenzeitlich hat das Börsenbarometer mehr als 800 Punkte verloren. Marktbeobachter führen den Rückgang auf Gewinnmitnahmen und eine generelle Risikoscheu der Anleger zurück, die angesichts hoher Ölpreise und steigender Inflation den Rückzug antreten.
Belastung durch Energiepreise und Zinsängste
Die Ölpreise bleiben hoch: Sowohl Brent als auch WTI notieren weiterhin über 90 Dollar je Fass. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, insbesondere die Schließung der Straße von Hormus, treibt die Energiepreise und damit die Inflation. Laut Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners wird ein dauerhafter Frieden zwischen den Konfliktparteien selbst im Falle eines Endes der Angriffe unwahrscheinlich sein. Die gestiegenen Verbraucherpreise in Deutschland und der Eurozone nähren die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche den Leitzins erneut anheben wird. Auch in den USA mehren sich die Spekulationen auf eine Zinserhöhung, wobei die Wahrscheinlichkeit laut Finanzmärkten bei etwa 65 Prozent liegt.
Geduld der Anleger und Blick auf den US-Jobmarkt
Viele Anleger haben den Höchststand genutzt, um Gewinne mitzunehmen, und warten nun auf neue Impulse. Diese könnten vom monatlichen US-Arbeitsmarktbericht ausgehen, der am Freitag veröffentlicht wird. Die US-Notenbank Fed achtet genau auf die Jobdaten, und ein starkes Stellenplus könnte die Falken in der Fed bestärken, die Zinsen bald zu erhöhen. Die Stimmung bleibt insgesamt vorsichtig, auch wenn die Wall Street am Vortag nach dreitägiger Verlustserie wieder etwas zulegte.
Broadcom stützt Tech-Sektor
Positive Impulse kommen von der Unternehmensseite: Der US-Chiphersteller Broadcom hat seine Prognose für KI-Umsätze deutlich angehoben. Konzernchef Hock Tan stellte für das kommende Jahr eine Verdopplung des KI-Umsatzes in Aussicht, nachdem das Ziel für das laufende Geschäftsjahr leicht auf 58 Milliarden Dollar erhöht wurde. Für das darauffolgende Jahr sind Erlöse von 115 Milliarden Dollar geplant und bis 2028/29 sogar 230 Milliarden Dollar. Damit stärkt Broadcom die Hoffnung auf einen anhaltenden Technologie-Boom, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz.
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