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Wirtschaft 11.08.2026, 08:42 Aktualisiert: 11.08.2026, 10:02

DAX trotz Nahost-Sorgen nah am Rekord, PNE sucht Käufer, Rhein-Niedrigwasser bremst Industrie

DAX startet 0,2 Prozent fester bei 26.383 Punkten.

Wichtige Fakten

  • DAX startet 0,2 Prozent fester bei 26.383 Punkten.
  • Ölpreis Brent steigt auf rund 89 Dollar pro Fass.
  • PNE-Aktie bricht 12 Prozent ein wegen Verkaufsplänen.
  • Rhein-Niedrigwasser: Drohende Produktionskürzungen in Industrie
  • OHB zieht in SDAX ein, Klöckner & Co. kurz vor Delisting
  • Nvidia will 500 Milliarden Dollar AI-Infrastrukturfonds
  • RTL-Umsatz 2026 steigt nur vier Prozent wegen Werbeflaute

DAX-Start & Nahost-Konflikt

Der DAX ist am Dienstag mit einem leichten Plus in den Handel gestartet. Das Börsenbarometer notierte zu Beginn bei 26.383 Punkten, 0,2 Prozent höher als am Vortag, als es letztlich kaum verändert bei 26.323 Punkten geschlossen hatte. Hintergrund sind die sinkenden Hoffnungen auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus. Händler zeigen sich laut Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank an die wechselhafte Lage gewöhnt: Die Marktteilnehmer hätten sich „ein dickes Fell wachsen lassen“. David Stanzl betont, der DAX profitiere von einer guten Berichtssaison der Unternehmen trotz hoher Energiepreise. Konkret hatte US-Präsident Donald Trump als neue Bedingung für ein Friedensabkommen Reparationszahlungen von Iran gefordert, während Teheran seinerseits auf Zahlungen besteht. Marktanalyst Tony Sycamore von IG spricht von einer „Pattsituation, in der es darum geht, wer zuerst nachgibt“. Brent-Öl verteuerte sich um 1,5 Prozent auf rund 89 Dollar pro Fass.

US-Börsen mit Verlusten, Nvidia-Offensive

Die US-Börsen notierten am Vortag schwächer: Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 53.976 Punkte, der S&P 500 ebenfalls 0,1 Prozent auf 7.753 Zähler, und der Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 26.605 Punkte nach. Maßgeblich waren Zinsspekulationen und die Nahost-Lage. Getrennt davon kündigte der Chipkonzern Nvidia an, gemeinsam mit sechs großen Finanzinstituten mehr als 500 Milliarden Dollar für den Ausbau von KI-Infrastruktur zu mobilisieren. Zu dem Projekt gehört, Investorengelder für Fonds zum Bau von Rechenzentren mit Nvidia-Chips anzuziehen. Beteiligt sind darunter die US-Großbank Goldman Sachs sowie die Investmentfirmen Apollo, Blackrock und KKR. Ein Zeitrahmen ist bislang nicht genannt.

PNE-Aktie bricht ein, Niedrigwasser-Risiken, OHB & RTL

Die Aktie des Wind- und Solarparkentwicklers PNE brach zu Börsenbeginn um rund zwölf Prozent ein. Hintergrund ist eine mögliche Komplettübernahme des Unternehmens aus Cuxhaven, bei der laut „Handelsblatt“ die ursprüngliche Teilverkaufsstrategie aufgegeben wurde. PNE erhielt zwar Angebote, doch die Preisvorstellungen lagen unter dem aktuellen Aktienkurs. Ob sich ein Käufer findet, ist unklar. Kern des Börsentages sind jedoch auch die Folgen des Niedrigwassers im Rhein: Laut Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft droht südlich von Kaub ein „komplettes Abschneiden der Transportwege“, was massive Einschränkungen für Grundstoffindustrien bedeutet. Erste Spuren zeigt der Chemiekonzern Covestro: Die Rohstoff- und Warenverkehrsbeschränkungen behindern bereits die Produktion einzelner Betriebe. Am Rande der Finanzmärkte kehren gute Nachrichten ein: Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB steigt am Donnerstag in den SDAX auf und ersetzt den Stahlhändler Klöckner & Co., dem durch ein Übernahmeangebot von Worthington Steel ein Abschied droht. RTL behielt seine Prognose für das operative Ergebnis trotz widerstandsfähiger Streaming-Sparte unverändert: Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr rund vier Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, das bereinigte Ebita legte überproportional um fast die Hälfte auf 239 Millionen Euro zu – trotz anhaltender TV-Werbeflaute.

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