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Gesellschaft 17.02.2026, 08:08 Aktualisiert: 17.02.2026, 10:01

Debatte um Altersbeschränkungen für Social Media: Wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Initiativen

Australische Metastudie: Kurzvideos beeinträchtigen Aufmerksamkeit und kognitive Ausdauer bei Jugendlichen.

Wichtige Fakten

  • Australische Metastudie: Kurzvideos beeinträchtigen Aufmerksamkeit und kognitive Ausdauer bei Jugendlichen.
  • SPD-Positionspapier fordert vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren auf Social Media.
  • Australien hat als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt.
  • Jugendliche Gehirne sind besonders anfällig für Belohnungsreize durch Dopamin-Ausschüttung.
  • EU-Kommission prüft, ob TikTok gegen EU-Gesetze mit süchtig machendem Design verstößt.

Wissenschaftliche Grundlagen

Eine australische Metastudie mit 98.299 Teilnehmenden zeigt, dass der Konsum von Kurzvideos auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube die kognitive Ausdauer und Aufmerksamkeit bei Jugendlichen beeinträchtigt. Das jugendliche Gehirn, dessen präfrontaler Kortex erst mit Mitte 20 vollständig ausgebildet ist, ist besonders anfällig für Belohnungsreize durch Dopamin-Ausschüttung, was zu suchtähnlichem Verhalten führen kann. Forscher wie der Biologe Martin Korte vergleichen diesen Effekt mit Opiaten und fordern strengere Regeln.

Politische Initiativen

In Deutschland fordern Politiker aus Union und SPD Altersbeschränkungen für Social Media. Die SPD schlägt in einem Positionspapier ein vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren und eine verpflichtende Jugendversion für unter 16-Jährige vor. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Fraktionschef Jens Spahn unterstützen ähnliche Maßnahmen, betonen aber die Notwendigkeit altersgerechter Zugänge und Bildungsangebote. Die Bundesregierung will jedoch erst nach einer Kommissionsentscheidung im Herbst 2026 Position beziehen.

Internationale Entwicklungen

Australien hat als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, mit über 4,7 Millionen deaktivierten Zugängen seit Dezember 2025. Länder wie Spanien, Frankreich, Dänemark und Griechenland planen oder haben bereits ähnliche Verbote beschlossen, wobei Altersgrenzen zwischen 15 und 16 Jahren variieren. Das Europäische Parlament strebt eine harmonisierte EU-Altersgrenze von 13 Jahren an, während die EU-Kommission prüft, ob Plattformen wie TikTok mit süchtig machendem Design gegen Gesetze verstoßen.

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