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Kultur 13.03.2026, 15:44 Aktualisiert: 13.03.2026, 18:11

Debatte um faire Vergütung beim Musikstreaming

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat runde Tische mit Majorlabels und Künstlern initiiert.

Wichtige Fakten

  • Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat runde Tische mit Majorlabels und Künstlern initiiert.
  • Spotify zahlt etwa 0,3 Cent pro Stream, während Qobuz und Tidal etwa 0,7 Cent zahlen.
  • Majorlabels erhalten über 42% der Streaming-Erlöse, Kreative nur etwa 22%.
  • Das Pro-Rata-System begünstigt Top-Künstler mit den meisten Streams.
  • Täglich werden etwa 120.000 neue Songs bei Spotify hochgeladen.

Debatte um Vergütungsmodell

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat runde Tische mit Vertretern von Majorlabels wie Warner, Universal und Sony sowie Künstlern einberufen, um über das umstrittene Vergütungsmodell von Musikstreaming-Plattformen zu diskutieren. Künstler wie Herbert Grönemeyer und Balbina kritisieren das Pro-Rata-System, bei dem Einnahmen nach Marktanteilen verteilt werden und Top-Künstler wie Taylor Swift den größten Anteil erhalten, während kleinere Acts oft leer ausgehen.

Verteilung der Erlöse

Laut einer Studie im Auftrag der GEMA erhalten Majorlabels mehr als 42% der Streaming-Erlöse, Plattformen behalten knapp 30%, und für Kreative bleiben nur etwa 22% übrig. Spotify zahlt etwa 0,3 Cent pro Stream, während Plattformen wie Qobuz oder Tidal mit etwa 0,7 Cent mehr als doppelt so viel bieten. Künstler fordern transparentere Playlisten und Algorithmen sowie ein nutzerzentriertes Modell, bei dem Abo-Gebühren direkt an die gehörten Künstler fließen.

Herausforderungen und Kritik

Florian Drücke vom Bundesverband Musikindustrie verteidigt das System und verweist auf Investitionsrisiken und den harten Wettbewerb, mit täglich etwa 120.000 neuen Songs auf Spotify. Künstler wie Dota argumentieren, dass ein Boykott von Plattformen wie Spotify finanziell riskant wäre, da diese eine dominante Marktmacht haben und passive Hörgewohnheiten eine Migration erschweren. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Jana Costas warnt vor zu einfachen Lösungen aufgrund begrenzter Marktmacht der Künstler.

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