Deradikalisierungsprogramm: Verdächtiger zeigte keine Offenheit
Wichtige Fakten
- • Thomas Mücke ist Mitgründer von Violence Prevention Network.
- • Der mutmaßliche Täter zeigte sich freundlich, aber ausweichend.
- • Das Deradikalisierungsprogramm hatte noch nicht begonnen.
- • Von 490 Fällen gab es nur einen Rückfall.
- • Bei mangelnder Zugänglichkeit bleibt Gefahr für die Öffentlichkeit.
Der mutmaßliche Täter des Anschlags auf den Christopher Street Day in Berlin war den Behörden bekannt und nahm an Beratungsgesprächen des Violence Prevention Network teil. Mitgründer Thomas Mücke schilderte im tagesthemen-Interview, dass der Verdächtige zwar freundlich, aber in ideologischen Fragen ausweichend war. Die Mitarbeiter erkannten keine Arbeitsgrundlage, ein dritter Termin war geplant. Ohne Offenheit hätte man die Weisung zurückgegeben, woraufhin ein anderer Träger oder der Richter entschieden hätte.
Mücke betonte, dass Deradikalisierung nur bei Zugänglichkeit des Betreffenden wirken könne. In diesem Fall begann das Programm nicht. Von 490 islamistischen Fällen gab es nur einen Rückfall. Bei mangelnder Bereitschaft bleibe die Gefahr für die Öffentlichkeit bestehen, auch ohne konkrete Hinweise. Die Rückmeldung an die Sicherheitsbehörden sei daher entscheidend.
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