Deutsche Bank erzielt Rekordgewinn, Sewing strebt Eigenständigkeit an
Wichtige Fakten
- • Rekordgewinn von 2,2 Milliarden Euro im ersten Quartal.
- • Eigenkapitalrendite von 12,7 Prozent erreicht, Ziel über 13 Prozent.
- • CEO Sewing schließt Übernahmen aus, setzt auf organisches Wachstum.
- • Mögliche EZB-Zinserhöhung im Sommer, falls Inflation nahe drei Prozent.
- • Bank sieht sich als europäischer Champion ohne Fusionen.
Rekordquartal trotz Krisen
Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal mit 2,2 Milliarden Euro einen neuen Rekordgewinn erzielt. Vorstandschef Christian Sewing zeigte sich im ARD-Interview zufrieden: Die Bank sei in allen vier Geschäftsbereichen profitabler geworden, habe Kosten im Griff und das Wachstum aus eigener Kraft erreicht. Zusammenschlüsse mit anderen Banken seien nicht geplant. Auf dem Weg zu einer Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent sei man mit 12,7 Prozent auf Kurs – traditionell ein starkes Quartal. Automatisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sieht Sewing nicht als Bedrohung für Arbeitsplätze, da die Bank wachse und neue Mitarbeiter brauche.
Zinsausblick und strategische Positionierung
Mit Blick auf die Zinsentscheidungen von US-Notenbank und EZB hält Sewing eine Erhöhung der EZB im Sommer für möglich, falls die Inflation Richtung drei Prozent steige. Das sei für die Bank eher Rückenwind, sofern es moderat geschehe und die Wirtschaft nicht belaste. Deutlich positioniert sich Sewing im Diskurs um europäische Banken-Champions: Die Deutsche Bank sei mit ihrem globalen Netzwerk die europäische Alternative und wolle auch eigenständig mithalten. In Asien und den USA sieht er Riesen, aber der erforderliche Hebel liege im globalen Netzwerk, nicht in Größe. Der BDI-Vertreter schätzt die Lage in der Automobilbranche differenzierter: Trotz Krise investiert BMW in eine hochmoderne Lackiererei und Tesla schafft 1.000 neue Jobs. Die Deutsche Bank setzt derweil auf organisches Wachstum und neue Kanäle.
Gegenwind am Markt
Unterdessen hat Adidas im ersten Quartal mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro positive Zahlen vorgelegt – weniger Werbung, Rabattschlacht und Dollar-Schwäche trotzten die Herzogenauracher dem Trend. CEO Björn Gulden setzt auf eigene Vertriebswege und kommt im schwächeren Konjunkturumfeld mit kaum gedrückter Marge davon. Die Anleger belohnten die Papiere mit über sieben Prozent Plus. Adidas rüstet 14 der 48 WM-Teams aus. BMW wiederum investiert in Berlin kräftig in die neueste Lackieranlage und gewinnt Markt mit modernen Farben.
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