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Klima 26.05.2026, 05:31 Aktualisiert: 26.05.2026, 08:07

Deutsche Offshore-Windkraft in der Krise: Milliardenprojekte gefährdet

Bis zu 16.000 MW Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee gefährdet.

Wichtige Fakten

  • Bis zu 16.000 MW Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee gefährdet.
  • Total und BP erwägen Ausstieg aus teuren Windparkprojekten.
  • Branche fordert feste Vergütung analog zu Wind an Land.
  • Verzögerungen gefährden deutsches Klimaziel 2030.
  • Ölkonzerne fokussieren sich parallel auf fossile Expansion in Afrika.

Aktuelle Bedrohung der Offshore-Windkraft

Anfang der 2020er Jahre galt die Offshore-Windkraft in Deutschland als Erfolgsgeschichte, doch nun droht ein erheblicher Rückschlag. Bis zu 16.000 Megawatt (MW) geplanter Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee sind gefährdet. Betroffen sind insbesondere die Öl- und Gaskonzerne Total und BP, die bei einer Auktion 2023 mit einem Gebot von über 12 Milliarden Euro den Zuschlag für mehrere Windparkflächen erhielten. Die Konzerne gelten als treibende Kräfte hinter der möglichen Rückgabe dieser Projekte, wie Spekulationen in der Branche nahelegen.

Geschäftsmodell und Risiken

Die Konzerne hatten damals auf eine EEG-Vergütung verzichtet und ein Null-Cent-Angebot gemacht, sodass sie den erzeugten Strom frei auf dem Markt verkaufen müssten. Geplant war, die Milliardenerlöse aus der Auktion in Netzausbau und niedrigere Netzentgelte zu investieren. Doch die Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg, steigende Kosten und regulatorische Unsicherheiten haben die Pläne infrage gestellt. Die Branche kritisiert die langen Fristen zwischen Gebotsabgabe und Investitionsentscheidung sowie die unzureichende Absicherung gegen Kostensteigerungen.

Forderungen und Auswirkungen

Der Offshore-Branchenverband BWO fordert nun eine gesetzlich geregelte Rückgabeoption für die Projekte der Jahre 2023 bis 2025 und eine Umstellung auf feste Vergütungsmodelle (indexierte Contracts for Difference, CfD). Diese sollen analog zur Windkraft an Land ab 2027 gelten. Ohne eine Anpassung der Rahmenbedingungen könnten die Projekte auf Jahre blockiert sein. Dies gefährdet die deutschen Klimaziele: Bis 2030 ist eine Offshore-Kapazität von 30 GW und bis 2035 von 40 GW geplant – aktuell sind erst rund 10,5 GW in Betrieb. Bereits heute führen Verzögerungen beim Offshore-Ausbau dazu, dass Deutschland sein Klimaziel für 2030 verfehlen könnte. Die Ölkonzerne konzentrieren sich verstärkt auf lukrative aber klimaschädliche Projekte in Afrika wie Mgas und die EACOP-Pipeline, während ihre Offshore-Ambitionen zunehmend bröckeln.

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