Deutsche Schweinehalter in der Krise: Preisdruck trotz Grillsaison
Wichtige Fakten
- • Schweinehalter verlieren seit Mai 13 Prozent Umsatz, obwohl Nachfrage steigt.
- • Spanische Afrikanische Schweinepest drückt Fleischüberschuss auf EU-Markt.
- • Schweinefleischpreis fiel um 20 Cent pro Kilo seit Mai.
- • Schweinehaltende Betriebe in Niedersachsen nahmen um 6,8 Prozent ab.
- • Verbraucher greifen vermehrt zu Geflügel und pflanzlichen Alternativen.
Schweinehalter in der Krise: Preise fallen trotz Grillsaison
Deutsche Schweinehalter kämpfen mit sinkenden Preisen, obwohl die Grillsaison und die Fußball-WM normalerweise für steigende Nachfrage sorgen. Seit Mai verloren die Landwirte rund 13 Prozent ihres Umsatzes, während die Nachfrage um vier Prozent zulegte. Der Preis pro Kilo Schweinefleisch sank um 20 Cent, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) berichtet. Hauptgrund ist die Afrikanische Schweinepest in Spanien: Das Land kann kein Fleisch mehr nach Asien exportieren, wodurch der europäische Markt überschwemmt wird. Zudem sinkt die Nachfrage nach Schweinefleisch generell – Verbraucher bevorzugen laut Inkoop-Geschäftsführerin Gesa Oetken zunehmend Geflügel oder pflanzliche Alternativen.
Höhere Standards als Rettungsanker?
Landwirt Gerrit Asbrock aus Melle in Niedersachsen setzt auf höhere Haltungsstandards (Stufe vier). Er verkauft sein Fleisch 50 Cent teurer pro Kilo und baut sogar neue Ställe. Er glaubt, dass Verbraucher künftig stärker auf Qualität achten werden. Doch die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Niedersachsen sank 2025 um 6,8 Prozent, seit 2016 gab fast jeder zweite Betrieb auf. Landwirt Heiko Schwarting plant, seine Tiere abzuschaffen, da die Perspektive fehlt. Marktexperten erwarten eine Stabilisierung der Preise auf niedrigem Niveau.
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