Teilen:
International 04.06.2026, 04:21 Aktualisiert: 04.06.2026, 15:01

Deutschland erlebt historische Niederlage bei UN-Sicherheitsratswahl

Deutschland erhielt nur 104 Stimmen, Österreich 131, Portugal 134.

Wichtige Fakten

  • Deutschland erhielt nur 104 Stimmen, Österreich 131, Portugal 134.
  • Außenminister Wadephul führt Niederlage auf späte Bewerbung zurück.
  • UN-Experte nennt Deutschlands Nahost-Politik als möglichen Grund.
  • Kanzler Merz fehlte persönlich bei UN-Wahlkampf wegen Haushaltskrise.
  • Opposition übt scharfe Kritik an regierender Koalition.

Historische Niederlage bei UN-Wahl

Bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat am 3. Juni 2026 in New York erlitt Deutschland eine überraschende und deutliche Niederlage. Portugal (134 Stimmen) und Österreich (131) sicherten sich die beiden Sitze für die Westeuropäische Gruppe, Deutschland landete mit 104 Stimmen abgeschlagen auf Platz drei und verpasste die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Es ist das erste Mal, dass Deutschland bei einer Sicherheitsratswahl durchfällt.

Ursachen und Reaktionen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sprach von einer „bitteren Niederlage“. Als Gründe nannte er die späte Bewerbung Deutschlands und dessen klare Haltung zu Ukraine und Israel. Zudem habe Russland gegen Deutschland gearbeitet. UN-Experte Daniel Forti hingegen sieht kleinere Staaten, die keinen Automatismus für Deutschland als regelmäßigen Sicherheitsratssitz wünschten, sowie Deutschlands enge Israel-Politik als ausschlaggebend. Innenpolitisch üben Opposition und Koalitionspartner scharfe Kritik an Merz' Führung. Die gescheiterte Bewerbung trifft Merz’ Image als „Außenkanzler" empfindlich, zumal er wegen der innenpolitischen Haushalts- und Richterkrise persönlich beim Werben um Stimmen fehlte.

Auswirkungen auf die Außenpolitik

Trotz der Niederlage betont die Bundesregierung ihren Einsatz für die Vereinten Nationen. Eine Analyse der Ursachen ist angekündigt. Merz erklärte, Deutschland bleibe ein verlässlicher Pfeiler des Multilateralismus. Diskutiert wird jedoch, ob Deutschland weiterhin zweitgrößter UN-Beitragszahler bleibt, auch angesichts der Sparzwänge in Berlin.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.