Diebstähle bei Pflegebedürftigen nehmen zu
Wichtige Fakten
- • In Bayern: Diebstähle in Heimen um 50% gestiegen.
- • Deutschlandweit: 9.400 Diebstähle in 2025.
- • Verdächtige: Pflegekräfte, Bewohner, Besucher.
Zentrale Ergebnisse der Kriminalstatistik
Die Kriminalstatistik zeigt einen deutlichen Anstieg von Diebstählen zum Nachteil pflege- und hilfsbedürftiger Menschen. In Bayern stieg die Zahl der Diebstähle in Alters- und Pflegeheimen von 834 vor fünf Jahren auf 1.254 im vergangenen Jahr – ein Plus von rund 50 Prozent. Deutschlandweit stiegen die Fallzahlen von 8.900 im Jahr 2024 auf 9.400 im Jahr 2025. Dabei sind nicht nur Pflegekräfte, sondern mitunter auch andere Bewohner oder Besucher als Täter zu finden, so das Landeskriminalamt.
Tatabläufe und hohe Dunkelziffer
Betroffene wie die 86-jährige Gisela Urban schildern, wie Pflegekräfte Gelegenheiten zum Diebstahl nutzen, etwa wenn sie Verbandsmaterial holen sollen. Urban – ebenso wie die Krankenschwester Cordula Metzger – vermutet eine hohe Dunkelziffer, da ältere Menschen oft nicht ernst genommen und Taten auf Vergesslichkeit oder Demenz geschoben würden. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West bestätigt, dass gerade Pflegebedürftige zu Hause einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Um solchen Vorfällen vorzubeugen, rät die Polizei, Wertgegenstände nicht offen liegen zu lassen und bei vertrauten Verwandten oder in einem Safe zu verwahren. Zudem wird empfohlen, eine Inventarliste zu erstellen und größere Bargeldbeträge nur im Kreis der Angehörigen zu zählen. Opfer wie Gisela Urban, die sich zunächst nicht zu melden traute, haben inzwischen mit Hilfe von Bekannten begonnen, ihre verbliebenen Wertsachen zu dokumentieren, um bei Diebstählen bessere Fahndungsmöglichkeiten zu haben.
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