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International 24.02.2026, 10:09 Aktualisiert: 24.02.2026, 23:05

US-Botschafter in Paris nach zweiter Vorladungsverweigerung von Regierungsgesprächen ausgeschlossen

US-Botschafter Charles Kushner erschien nicht zu Vorladung wegen US-Kommentaren zum Tod eines Rechtsextremisten.

Wichtige Fakten

  • US-Botschafter Charles Kushner erschien nicht zu Vorladung wegen US-Kommentaren zum Tod eines Rechtsextremisten.
  • Frankreichs Außenminister Barrot verweigert ihm Zugang zu Regierungsmitgliedern bis zur Klärung der diplomatischen Gepflogenheiten.
  • Kushner entschuldigte sich per Telefon und versprach, nicht in französische Angelegenheiten einzugreifen.
  • Es war bereits das zweite Mal, dass Kushner einer Vorladung nicht folgte.

Vorfall und Reaktion

Der US-Botschafter in Paris, Charles Kushner, ist von Treffen mit französischen Regierungsministern ausgeschlossen, nachdem er einer Vorladung des Außenministeriums nicht gefolgt ist. Auslöser war das Reposten von US-State-Department-Kommentaren zum Tod des rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque in Lyon. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot betonte, Kushner müsse erst die "grundlegendsten Gepflogenheiten der Diplomatie" erklären, bevor er seine Pflichten wieder normal ausüben könne.

Hintergrund und diplomatische Spannungen

Kushner, Schwiegersohn von Ex-Präsident Donald Trump, begründete sein Fernbleiben mit privaten Verpflichtungen und schickte einen Botschaftsvertreter. Dies war bereits das zweite Mal, dass er einer Vorladung nicht nachkam; im August hatte er in einem offenen Brief an Präsident Macron mangelnde Maßnahmen gegen Antisemitismus kritisiert. Die US-Kommentare verurteilten "gewalttätigen radikalen Linksextremismus" und forderten Strafverfolgung, was Frankreich als Einmischung in innere Angelegenheiten wertete.

Aktuelle Entwicklungen und Entschuldigung

Nach der Sanktion entschuldigte sich Kushner telefonisch bei Außenminister Barrot und versprach, nicht in den französischen öffentlichen Diskurs einzugreifen. Barrot wies darauf hin, dass Frankreich keine Einmischung in nationale Angelegenheiten akzeptiert. Beide vereinbarten weitere Gespräche, um die bilateralen Beziehungen zu pflegen, die dieses Jahr ihr 250-jähriges Bestehen feiern. Der Zugang zu Regierungsmitgliedern bleibt Kushner jedoch vorerst verwehrt.

Weitere diplomatische Verwicklungen

Der Vorstand fügt sich in eine Reihe diplomatischer Spannungen ein: Frankreich hatte zuvor Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für Äußerungen zum Fall kritisiert, und der US-Botschafter in Brüssel, Bill White, löste mit Kommentaren zu einer belgischen Untersuchung einen Streit aus. Barrot betonte jedoch, die Beziehung zu den USA bleibe insgesamt stabil, da sie "andere Stürme überstanden" habe.

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