DNA-Analyse enthüllt Jahrtausende alte Weinanbau-Geschichte in Frankreich
Wichtige Fakten
- • Spätburgunder existierte bereits im 15. Jahrhundert genetisch identisch zu heute.
- • Erste gezüchtete Weinstöcke kamen um 600 v.Chr. mit Griechen nach Südfrankreich.
- • DNA-Analysen decken Einflüsse aus Levante, Anatolien und Spanien auf.
- • Forschung untersucht 49 Fundstätten von wildem bis domestiziertem Wein.
- • Molekulare Archäologie ermöglicht detaillierte Einblicke in Rebsortenentwicklung.
DNA-Analyse archäologischer Traubenkerne
Molekulare Archäologen haben durch DNA-Analysen von Traubenkernen aus archäologischen Fundstätten die Geschichte des französischen Weinanbaus über 4.300 Jahre hinweg rekonstruiert. Die Studie, veröffentlicht von Ludovic Orlando von der Paul-Sabatier-Universität Toulouse, analysierte erstmals das vollständige Erbgut historischer Kerne und deckte auf, dass Spätburgunder bereits im 15. Jahrhundert genetisch identisch zu heutigen Pflanzen existierte.
Entwicklung des Weinanbaus
Die ältesten untersuchten Kerne stammen von wildem Wein, während erste gezüchtete Rebsorten um 600 v.Chr. durch griechische Siedler nach Südfrankreich gebracht wurden. In den folgenden Jahrhunderten entstanden durch Kreuzung mit wildem Wein neue Sorten, die als Stecklinge bis nach Nordfrankreich gehandelt wurden. DNA-Analysen zeigen zudem genetische Einflüsse aus der Levante, Anatolien, dem Kaukasus und Spanien.
Methodischer Fortschritt und Zukunftsperspektiven
Frühere Studien analysierten nur etwa 10.000 DNA-Bausteine, während die aktuelle Forschung alle 500 Millionen Bausteine untersucht. Diese detaillierten Analysen ermöglichen nicht nur Einblicke in die Vergangenheit, sondern könnten auch historische Rebsorten identifizieren, die widerstandsfähiger gegen Klimawandel und Pestizidbelastung sind.
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