Drei Jahre nach Staudamm-Sprengung: Wald wächst, Wassermangel bleibt
Wichtige Fakten
- • Kachowka-Staudamm wurde am 6. Juni 2023 gesprengt.
- • Auf dem Seeboden wachsen sieben Meter hohe Bäume.
- • 1,8 Millionen Menschen verloren Trinkwasserversorgung.
- • Bewässerungssystem für Landwirtschaft völlig zerstört.
- • Atomkraftwerk Saporischschja kann ohne Kühlung nicht betrieben werden.
Ökologische Wiederkehr der Natur
Drei Jahre nach der Sprengung des Kachowka-Staudamms in der Südukraine hat sich der ehemalige Stausee überraschend schnell in einen Wald verwandelt. Der ukrainische Biologe Oleksij Wasyljuk berichtet von bis zu sieben Meter hohen Bäumen auf dem Seeboden. Die schlimmsten befürchteten ökologischen Folgen, wie eine massive Verteilung von Schwermetallen durch den Wind, seien ausgeblieben. Stattdessen entstanden verkrustete Bodenformen, die an zentralasiatische Halbwüsten erinnern.
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Die Trinkwasserversorgung von 1,8 Millionen Menschen brach zunächst vollständig zusammen. In vielen Gebieten, besonders in der Region Krywyj Rih, kommt heute nur Gebrauchswasser aus der Leitung, Trinkwasser muss zugekauft werden. Auch die Landwirtschaft leidet: Das Bewässerungssystem wurde zerstört, was durch die russische Besatzung vieler Anbauflächen noch verschärft wird. Das Atomkraftwerk Saporischschja bleibt heruntergefahren, da ihm die notwendige Kühlung fehlt.
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