Drohnenabwehrzentrum: Hohe Sichtungen, geringe Erfolgsquote
Wichtige Fakten
- • Über 1.200 verdächtige Drohnensichtungen im Vorjahr bundesweit
- • Abwehrmaßnahmen fast nie erfolgreich laut internen Lageberichten
- • Bundespolizei gibt keine Zahlen zu bearbeiteten Meldungen oder Abwehrerfolgen preis
- • Kritik aus Bundesländern: Zentrum operativ "eine Nullnummer"
- • Trennungsgebot behindert Kooperation zwischen Polizei und Nachrichtendiensten
Neues Zentrum mit begrenztem Erfolg
Das im Dezember eingeweihte Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) in Berlin-Schöneberg soll verdächtige Drohnen aufspüren und Abwehrmaßnahmen koordinieren, doch interne Lagebilder zeigen, dass der Erfolg bisher in Grenzen bleibt. Trotz hoher Sichtungszahlen – über 1.200 im Vorjahr bundesweit – gelingt die Abwehr fast nie, und Spionageverdachte erhärten sich nicht.
Viele Sichtungen, oft Fehlalarme
In Niedersachsen und anderen Bundesländern werden weiterhin viele Drohnen gesichtet, darunter häufig Fehlalarme, wie etwa ein Baumpflege-Mitarbeiter ohne Fluggenehmigung oder ein Journalist während eines NATO-Manövers. Besonders verdächtige Vorfälle, wie Formationsflüge über Kiel oder am Truppenübungsplatz Altengrabow, blieben ohne erfolgreiche Abwehr, obwohl Drohnenabwehrtrupps vor Ort waren.
Strukturelle Herausforderungen und Kritik
Das Zentrum sammelt Meldungen und koordiniert Abwehr, ist jedoch durch Föderalismus und das Trennungsgebot eingeschränkt, das eine enge Kooperation zwischen Polizei und Nachrichtendiensten wie dem BND verhindert. Kritik aus einem westdeutschen Bundesland bezeichnet das GDAZ operativ als "Nullnummer", da örtliche Streifen für die Abwehr zuständig bleiben und das Zentrum nur unterstützend wirkt.
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