Ebola-Ausbruch in der DR Kongo außer Kontrolle
Wichtige Fakten
- • Über 2.300 bestätigte Infektionen, 930 Tote.
- • Täglicher Zuwachs: durchschnittlich über 40 neue Fälle.
- • Keine zugelassene Impfung gegen Ebola-Typ Bundibugyo.
- • Klinische Tests mit Remdesivir und Antikörpern laufen.
- • WHO schätzt wahres Ausmaß zwei- bis viermal größer.
Aktuelle Lage und Zahlen
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere in der Provinz Ituri, gerät weiter außer Kontrolle. Laut Regierungsangaben gibt es inzwischen mehr als 2.300 bestätigte Infektionen und über 930 Todesfälle. Täglich kommen durchschnittlich mehr als 40 neue Fälle hinzu. Gesundheitspersonal in mehreren Städten ist in den Streik getreten, weil es seit Wochen keine Gehälter erhielt – darunter auch Epidemiologen und Totengräber, was die Bekämpfung zusätzlich erschwert.
Probleme bei der Eindämmung
Die Kontaktnachverfolgung gestaltet sich extrem schwierig: Abgelegene Dörfer, bewaffnete Gruppen, Misstrauen in der Bevölkerung und fehlende Aufklärung führen dazu, dass viele Kontakte nicht identifiziert werden. Nach WHO-Angaben stammen 70 bis 80 Prozent der neuen Fälle in Bunia aus unbekannten Übertragungsketten, das wahre Ausmaß könnte zwei- bis viermal größer sein als offiziell. Zudem fehlt es an Schutzausrüstung, Personal und Strom.
Hoffnung auf neue Therapien
Da für den aktuellen Ebola-Typ Bundibugyo keine zugelassene Impfung oder Therapie existiert, hat die WHO klinische Studien gestartet. Getestet werden das antivirale Mittel Remdesivir, ein Antikörpercocktail (MBP134) sowie die Kombination beider Substanzen. Ein oraler Wirkstoff namens Obeldesivir wird als vorbeugende Maßnahme für Kontaktpersonen untersucht. Allerdings sind die Fortschritte noch auf Labore begrenzt, und ein flächendeckender Einsatz ist nicht in Sicht.
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