Ebola-Ausbruch in DR Kongo erreicht beispielloses Ausmaß
Wichtige Fakten
- • Über 4.000 bestätigte Ebola-Fälle in DR Kongo.
- • 1.850 Todesfälle registriert in aktuellem Ausbruch.
- • CDC Afrika und WHO untersuchen mögliche Virusmutation.
- • Bundibugyo-Variante: kein Impfstoff oder Therapie vorhanden.
Aktuelle Lage
In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle nach Regierungsangaben auf über 4.000 gestiegen. Der aktuelle Ausbruch verbreitet sich rasant, wobei bislang 4.053 Infektionen und 1.850 Todesfälle registriert wurden. Die Gesundheitsbehörden zeigen sich alarmiert, da die Eindämmung unter anderem durch militärische Konflikte, gekürzte Hilfsgelder und überlastete Überwachungssysteme erschwert wird.
Untersuchung einer möglichen Mutation
Angesichts der beispiellosen Ausbreitung haben die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Untersuchungen eingeleitet, um zu klären, ob eine Mutation des Virus vorliegt. Jean Kaseya, Generaldirektor von CDC Afrika, kündigte an, entsprechende Studien zu starten. Diese seien notwendig, um zu verstehen, wie mit dem jetzigen Erreger umzugehen ist.
Problem: Bundibugyo-Variante
Bemerkenswert ist, dass der Ausbruch auf die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus zurückgeht, für die weder Therapien noch Impfstoffe existieren. Zwar werden Labore und Behandlungszentren aufgebaut, doch betont Volker Gerdesmeier von Caritas international, dass das Verständnis für die Krankheit in der Bevölkerung stärker gefördert werden muss.
Sorge um weitere Ausbreitung
Ein ungeklärter Todesfall an Bord eines Schiffes erhöht die Sorge vor einer Ausbreitung: Der Passagier starb nach seiner Ausschiffung in der Provinz Mongala, über 1.000 Kilometer von Kinshasa entfernt. Die fast 200 weiteren Reisenden wurden getestet und in Quarantäne geschickt. Die WHO mahnt eindringlich, dass wesentlich mehr zur Eindämmung getan werden muss, da Sicherheitsprobleme und grenzüberschreitende Bewegungen das Risiko einer regionalen Ausbreitung erhöhen. Es handelt sich bereits um den zweitgrößten Ebola-Ausbruch in der Geschichte, nur übertroffen von der Westafrika-Epidemie 2014-2016 mit über 28.000 Fällen in Guinea, Liberia und Sierra Leone.
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