Elektronische Fußfessel: Tausende Straftäter in England und Wales nicht überwacht
Wichtige Fakten
- • Etwa 8.900 Personen ohne aktive elektronische Überwachung gemeldet.
- • Justizministerium bestreitet Zahl, eigene Angabe: 5.450 unüberwachte Fälle.
- • NAO warnt: geplanter Ausbau gefährdet öffentliche Sicherheit.
- • Fehlende 2.200 Bewährungshelfer verschärfen Probleme.
- • Serco taggte nur 62% der Besuchten innerhalb von zwei Versuchen.
Problematische Überwachungspraxis
Fast 9.000 Personen in England und Wales, die per Gerichtsbeschluss eine elektronische Fußfessel tragen sollten, sind laut einem Bericht des National Audit Office (NAO) nicht überwacht. Das Justizministerium widerspricht dieser Zahl und nennt 5.450 unüberwachte Fälle. Der NAO betont, dass die tatsächliche Zahl unbekannt und möglicherweise deutlich höher sei.
Systemschwächen vor geplantem Ausbau
Der NAO kritisiert das ineffiziente System, insbesondere Verzögerungen bei der Anbringung der Fußfesseln durch den Dienstleister Serco. Trotz eines 95%-Ziels bei der Pünktlichkeit gelang es Serco nur in 62% der Fälle, die Fessel innerhalb von zwei Versuchen anzulegen. Zudem fehlen rund 2.200 Bewährungshelfer, was die Reaktion auf Verstöße erschwert. Das Justizministerium plant, die elektronische Überwachung deutlich auszuweiten, um den Druck auf überfüllte Gefängnisse zu verringern. Der NAO warnt, dies gefährde die öffentliche Sicherheit, wenn die bestehenden Mängel nicht behoben werden.
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