Energiewende im Konflikt: Netzpaket und Gesetzesreformen bremsen Erneuerbaren-Ausbau
Wichtige Fakten
- • Netzpaket könnte 23.000 MW Windkraft und 9.200 MW Photovoltaik blockieren.
- • Bundesländer fordern zusätzliche 5.000 MW Windkraft-Ausschreibungen ab 2026.
- • Biogas-Branche warnt vor Aus für 300 geplante Biomethan-Anlagen.
- • BEE legt 26-Punkte-Katalog für beschleunigte Energiewende vor.
- • Solarbranche kritisiert Streichung der Einspeisevergütung ab 2027 als Frontalangriff.
Ausbaubremse durch Netzpaket
Das geplante 'Netzpaket' des Wirtschaftsministeriums droht, den Ausbau von Wind- und Solarenergie in Deutschland massiv zu drosseln. Laut einer Studie von Enervis könnten etwa 32.000 Megawatt (MW) an bereits genehmigten oder im Verfahren befindlichen Projekten gefährdet sein, darunter 23.000 MW Windkraft an Land und 9.200 MW Photovoltaik. Das Paket sieht vor, dass Netzbetreiber den Anschluss neuer Anlagen verweigern dürfen, wenn netzbedingte Abregelungen in einem Gebiet über drei Prozent der Stromerzeugung liegen, was zu kapazitätslimitierten Netzgebieten führen würde.
Branchenproteste und Reformvorschläge
Die Erneuerbaren-Branche reagiert mit scharfer Kritik und legt eigene Vorschläge vor. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) präsentierte einen 26-Punkte-Katalog, der beschleunigten Netzausbau, sinkende Redispatch-Kosten und mehr Planungssicherheit fordert. Besonders betroffen sind die Solar- und Biogas-Branchen: Die Solarbranche warnt vor der geplanten Streichung der Einspeisevergütung ab 2027, während die Biogas-Branche das Ende des Ausbaus neuer Biomethanprojekte durch die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes beklagt.
Politische Initiativen und Herausforderungen
Parallel fordern die Bundesländer zusätzliche Ausschreibungen für Windkraft an Land. Der Bundesrat hat einen Gesetzentwurf angenommen, der 5.000 MW zusätzlich ab 2026 vorsieht, was jedoch die Genehmigung der EU-Kommission erfordert. Die Umsetzung der geplanten 12.000 MW Windkraft gestaltet sich schwierig, da nach aktuellen Regeln nur 2.000 MW zusätzlich ausgeschrieben werden können. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche muss hierbei Verhandlungen mit der EU führen, deren Erfolg ungewiss bleibt.
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