Erdbeben in Indonesien: Zahl der Todesopfer steigt, Hilfsmaßnahmen laufen
Wichtige Fakten
- • Erdbeben der Stärke 7,7 vor Flores, Tiefe 15 km (USGS: 10 km)
- • Mindestens 47 Tote, viele Verletzte, 346 Häuser zerstört
- • Tsunami-Warnung aufgehoben, mehrere kleinere Tsunamis (bis 1,65 m) gemessen
- • Nachbeben bis Stärke 6,1, zweites Beben (6,8) vor Nord-Sumatra
- • Rettungsarbeiten behindert, über 2.000 Menschen evakuiert
Schweres Erdbeben erschüttert Flores
Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat am frühen Samstagmorgen die indonesische Insel Flores getroffen. Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab das Epizentrum in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern an, rund 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Ende. Die indonesische Meteorologie- und Geophysikbehörde BMKG meldete eine Tiefe von 15 Kilometern. Mindestens 47 Menschen kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen, da Rettungsteams wegen Erdrutschen und unterbrochener Kommunikation noch nicht alle Regionen erreichen konnten, insbesondere den Bezirk Nagekeo, der dem Epizentrum am nächsten liegt.
Tsunami-Warnung und Evakuierungen
Nach dem Beben wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben, die jedoch nach etwa drei Stunden wieder aufgehoben wurde, da kein signifikanter Meeresspiegelanstieg gemessen wurde. Dennoch wurden in einigen Gebieten Tsunamiwellen von bis zu 1,65 Metern beobachtet. Rund 2.000 Menschen brachten sich in Sicherheit, viele flohen in höher gelegene Gebiete. In der Hafenstadt Maumere starben mindestens 20 Menschen, davon acht durch einen Erdrutsch. Aufnahmen zeigen, wie Teile des Hafenterminals einstürzten und Passagiere in das Meer geworfen wurden.
Schäden und Rettungsarbeiten
Mindestens 346 Wohnhäuser, 87 Schulen und mehr als ein Dutzend Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt. In mehreren Krankenhäusern wurden Patienten im Freien behandelt, da Gebäude einsturzgefährdet waren. Präsident Prabowo Subianto ordnete sofortige Notfallhilfe an, und die EU bot Unterstützung durch das Copernicus-Satellitenprogramm an. In der angrenzenden Provinz Nord-Sumatra wurde wenige Stunden später ein weiteres Erdbeben der Stärke 6,8 registriert, bei dem zunächst keine Schäden gemeldet wurden. Zusammen mit zahlreichen Nachbeben, die die Lage weiter erschweren, bleibt die Situation angespannt. Einsatzkräfte suchen weiterhin nach Verschütteten in den Trümmern.
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