Erdbeben in Venezuela: Mehr als 1.400 Tote, freiwillige Helfer kritisieren fehlende Staatshilfe
Wichtige Fakten
- • 1.430 Tote nach Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5.
- • 14.000 Militär- und Polizeikräfte patrouillieren in betroffenen Gebieten.
- • Freiwillige Helfer beklagen Abwesenheit der Regierung in vielen Orten.
- • USA senden 250 Retter und 150 Millionen Dollar Nothilfe.
- • Deutliches Nachbeben der Stärke 5,4 erschwert Rettungsarbeiten.
Opferzahl und Schäden
Die offizielle Todeszahl nach den beiden schweren Erdbeben in Venezuela ist auf 1.430 gestiegen, wie Nationalversammlungspräsident Jorge Rodríguez im Staatsfernsehen mitteilte. Rund 3.200 Menschen wurden verletzt, 3.100 obdachlos. Die UN beziffern den verursachten Schaden auf 6,7 Milliarden US-Dollar – rund sechs Prozent des venezolanischen Bruttoinlandsprodukts. Mehr als 68.900 Menschen werden von ihren Familien vermisst, die Suche nach Überlebenden dauert an. Unter den Toten befinden sich auch Ausländer, darunter 15 Portugiesen, sieben Chinesen, zwei Brasilianer, fünf Spanier und ein Italo-Venezolaner.
Lage vor Ort und Kritik an der Regierung
Im ganzen Land sind freiwillige Helfer im Einsatz, unterstützen die Rettungskräfte, verteilen Lebensmittel und Wasser und versorgen Verletzte. Doch viele beklagen die Abwesenheit der Regierung. In Morón, einer Kleinstadt 60 Kilometer von Caracas entfernt, wurden die Bewohner wütend, weil sich keine staatlichen Stellen blicken ließen. In den schwer getroffenen Küstenstädten wie La Guaira und Caraballeda graben Helfer oft mit bloßen Händen im Schutt. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez bestätigte die Rettung eines elfjährigen Jungen in Caraballeda. Ein deutliches Nachbeben der Stärke 5,4 verschlechterte die Bedingungen weiter.
Internationale Hilfe und politische Einordnung
Die USA haben ihre Hilfe massiv ausgebaut: Außenminister Marco Rubio schickte 250 Retter und stellte 150 Millionen Dollar Nothilfe bereit. Ein Expertenteam bewertete dies als größte Soforthilfe innerhalb von 24 Stunden, die der Experte je gesehen hat. Die Regierung von Delcy Rodríguez arbeitet kooperativ mit den USA zusammen; dies ist der erste große Test für die neue humanitäre US-Politik nach der Absetzung von Maduro im Januar. Teile der US-Hilfe wurden durch Personalabbau bei USAID erschwert. 14.000 Militär- und Polizeikräfte sind im Einsatz; Rettungsteams unter anderem aus Mexiko, Brasilien und Frankreich sind bereits eingetroffen.
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