Erdoğan macht Schließung der Bilgi-Universität rückgängig
Wichtige Fakten
- • Erdoğan schloss die Bilgi-Universität aus Bildungsmängeln.
- • Studentenproteste und Polizeieinsatz mit Tränengas.
- • Rücknahme der Schließung per Dekret veröffentlicht.
- • Universität seit September 2025 unter staatlicher Kontrolle.
- • Proteste auch gegen Absetzung des CHP-Chefs Özel.
Schließung rückgängig gemacht
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Schließung der liberalen Bilgi-Universität in Istanbul nach massiven Protesten von Studierenden und Dozierenden wieder rückgängig gemacht. Ein entsprechendes Dekret wurde am späten Samstagabend im Amtsblatt veröffentlicht. Die Aufhebung erfolgte, um das Recht der Studierenden auf Bildung zu wahren, wie die Universität mitteilte.
Hintergrund der Schließung
Erdoğan hatte die Entscheidung zur Schließung am Freitag mit einem angeblich unzureichenden Bildungsniveau begründet. Rund tausend Studierende und einige Dozierende demonstrierten umgehend auf dem Campus, Dutzende besetzten das Gebäude. Die Polizei räumte die Hochschule und setzte Tränengas ein; es gab Festnahmen. Die Bilgi-Universität war erst im September vergangenen Jahres unter staatliche Kontrolle gestellt worden, wegen Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen die ehemalige Eigentümerin Can Holding.
Verbindung zu breiteren Protesten
Die Studentenproteste fielen mit Demonstrationen gegen die gerichtliche Absetzung des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel zusammen. Die Polizei stürmte die CHP-Zentrale, wo Özel verschanzt war. In Istanbul, Ankara und Izmir gab es größere Kundgebungen. Die Ereignisse zeigen die zunehmende Repression gegen die Opposition in der Türkei.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.