Teilen:
International 18.02.2026, 16:23 Aktualisiert: 18.02.2026, 23:03

Ermittlungen zu Epsteins Flügen vertiefen sich - Wexner belastet Königshaus weiter

Britische Polizei untersucht 90 Flüge von Epsteins Privatjet nach London.

Wichtige Fakten

  • Britische Polizei untersucht 90 Flüge von Epsteins Privatjet nach London.
  • Flüge brachten junge Frauen und Minderjährige aus Osteuropa.
  • Ehemaliger Prinz Andrew lud Epstein 2010 in den Buckingham-Palast ein.
  • Les Wexner gab vor Kongress zu, von Epstein betrogen worden zu sein.
  • Wexner wird als Schlüsselfigur für Epsteins Vermögen genannt.

Ermittlungen zu Flügen

Die britische Polizei untersucht neue Hinweise auf möglichen Menschenhandel durch den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Laut Berichten soll sein Privatjet etwa 90 Mal junge Frauen – darunter mindestens eine Minderjährige – aus Lettland, Litauen und Russland nach London gebracht haben. Die Flüge, die von den Beteiligten verächtlich als 'Lolita-Express' bezeichnet wurden, wurden über einen speziellen Terminal in London Stansted abgewickelt, wo Privatjets landen. Es besteht der Verdacht, dass Einreisebestimmungen durch die Zwischenlandung in England umgangen wurden, um Opfer in die USA zu bringen.

Druck auf Königshaus

Gleichzeitig steigt der Druck auf das britische Königshaus, insbesondere auf den ehemaligen Prinzen Andrew. Aus den Epstein-Akten geht hervor, dass Andrew Mountbatten-Windsor Epstein 2010 in den Buckingham-Palast einlud, nachdem Epstein bereits verurteilt worden war. In einer E-Mail bot Epstein an, drei Frauen mitzubringen, 'um ein bisschen Leben rein zu bringen'. Medien berichten, dass Sicherheitskräfte junge Frauen ohne Kontrolle in den Palast ließen, wo Andrew Führungen gab. Trotz dieser Enthüllungen gibt es noch keine offiziellen Ermittlungen gegen ihn, was Fragen nach möglicher Sonderbehandlung für Royals aufwirft.

Neue Belastung durch Les Wexner

Parallel dazu hat der US-Milliardär Les Wexner, ehemaliger CEO von Victoria's Secret, vor einem Kongressausschuss ausgesagt. Wexner, der als Schlüsselfigur für den Aufbau von Epsteins Vermögen gilt, bezeichnete sich selbst als 'naiv, töricht und leichtgläubig', weil er Epstein vertraute. Er bestritt jegliches Fehlverhalten und sagte, er habe nichts von Epsteins Verbrechen gewusst, räumte aber ein, dass Epstein 'riesige Summen' von seiner Familie gestohlen habe. Demokratische Abgeordnete kritisierten seine Aussagen als unglaubwürdig und betonten, dass ohne Wexners finanzielle Unterstützung Epsteins Netzwerk nicht existiert hätte.

Offene Fragen und Transparenzprobleme

Viele Fragen bleiben offen, darunter, ob alle Einreisebestimmungen eingehalten wurden und was die Polizei wusste. Der Journalist Andrew Lownie kritisiert, dass seine Recherchen durch die Regierung behindert werden, die Dokumente zu Andrews Tätigkeit als Handelsgesandter leugnet. Die BBC hat den Palast nach einem Besucherregister gefragt, erhielt jedoch keine Antwort, was Zweifel an der Transparenz des Königshauses nährt. Zudem wurden weitere Personen wie Bill und Hillary Clinton zu Aussagen vor dem Kongress einbestellt, während Millionen Seiten von Dokumenten noch nicht veröffentlicht sind.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.