EU-Emissionshandel unter Druck: Umweltbundesamt warnt vor Zielverfehlung
Wichtige Fakten
- • EU-Klimaziel 2040 von 90% auf 85% Eigenreduktion abgeschwächt.
- • Industrie erhielt 2025 fast 91% Emissionsrechte kostenlos.
- • CO2-Rückgang in Energiebranche nur 2% (2024: 9,5%).
- • Überschuss von knapp 1 Milliarde Zertifikaten vorhanden.
- • Neuer Emissionshandel für Gebäude/Verkehr auf 2028 verschoben.
EU-Emissionshandel unter Druck
Einst als Vorzeigestück des europäischen Klimaschutzes gefeiert, steht der CO2-Handel zunehmend unter politischem Druck. In der kommenden Woche will die EU-Kommission ihren Vorschlag zur Reform des Emissionshandels vorlegen. Zentrales Element: Das EU-Klimaziel für 2040 – ursprünglich 90 Prozent Reduktion gegenüber 1990 – wurde abgeschwächt. Nun müssen nur noch 85 Prozent in der EU selbst erbracht werden, die restlichen fünf Prozentpunkte können durch umstrittene Klimaprojekte außerhalb der EU abgedeckt werden.
Schwächere Bilanz für 2025
Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Emissionshandels-Bilanz für 2025 vorgelegt. Demnach sanken die Emissionen der vom Handel erfassten Industrieanlagen in Deutschland zunächst um 5,5 Prozent. Allerdings sei dieser Rückgang überwiegend auf die schwache Wirtschaftsleistung zurückzuführen, nicht auf eine Umstellung zu emissionsarmer Produktion. In der Energiewirtschaft betrug der Rückgang nur rund zwei Prozent – im Vorjahr lag er noch bei 9,5 Prozent. Damit verlangsame sich die Entwicklung zur Klimaneutralität
Kostenlose Zertifikate und fehlende Investitionen
Aus Sicht des UBA sind die Klagen der Industrie über finanzielle Belastungen unberechtigt. Die energieintensiven Unternehmen erhielten 2025 nahezu 91 Prozent ihrer Zertifikate kostenlos – ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die tatsächliche Verwendung der kostenlosen und lizenzierten Rechte bleibt weitgehend intransparent. Zudem stört ein Überschuss von rund einer Milliarde Zertifikaten die Lenkungswirkung dieses vorrangigen Instruments. Zusätzlich gerät der CO2-Handel durch den verschobenen Start eines zweiten Handsel für Gebäude und Verkehr und unsichere Rahmenbedingungen unter Druck.
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