EU-Entgelttransparenz: Deutschland zaudert bei Umsetzung der Gender-Pay-Richtlinie
Wichtige Fakten
- • Frauen in der EU verdienten 2021 11,1 Prozent weniger pro Stunde als Männer.
- • Deutschlands unbereinigte Lohnlücke beträgt 15,6 Prozent (EU-Mittel 11,1%).
- • EU-Richtlinie schreibt Gehaltsangaben in Stellenausschreibungen vor.
- • Nur Italien hat Richtlinie bis zu Frist umgesetzt, Deutschland will nachverhandeln.
Bis zum 6. Juni 2026 müssen EU-Mitgliedstaaten die Entgelttransparenz-Richtlinie umsetzen. Sie soll die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen. In Frankreich macht der Kartoffelpüree-Hersteller Mousline vor, wie Lohntransparenz gelingen kann. Das Unternehmen zeigt Gehaltstabellen, vergleicht Koeffizienten und macht die Bezahlung für alle nachvollziehbar. Die französische Regierung will die Richtlinie fristgerecht umsetzen. In Deutschland hingegen zaudert Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) aus Sorge vor zusätzlicher Bürokratie. Sie will bei Partnerländern für Nachbesserungen werben. Ziel der Richtlinie ist nicht nur die Auskunft über Gehaltsstrukturen, sondern auch die Feststellung sittenwidriger Lohnunterschiede bei gleicher Arbeit. Die Kosten der Transparenzvorschriften, kalkuliert Oppermann, lasst sich auf zehn Bundeswehr-Kampfjets oder etwa siebte Deutsche Bahn herunterbrechen. Deutschland liegt mit einer Lohnlücke von 15,6 Prozent deutlich d.H. 6 Prozent bereinigtem Gender Pay Gap knapp über deutschen Prognosen ermittelten OECD Zahlen zum Gesetz.
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