EU-Klimabeirat fordert Agrarreform mit CO₂-Preis und weniger Fleischkonsum
Wichtige Fakten
- • EU-Agrar- und Ernährungssystem verursacht etwa ein Drittel der Treibhausgase.
- • Experten fordern CO₂-Bepreisung nach Verursacherprinzip für Landwirtschaft.
- • Reduzierung von rotem Fleisch und Milchprodukten soll Emissionen senken.
- • Landwirte und einkommensschwache Haushalte benötigen finanzielle Unterstützung.
- • Politische Umsetzung gilt als schwierig aufgrund von Bauernwiderstand.
Forderungen des EU-Klimabeirats
Der Wissenschaftliche Klimabeirat der EU fordert eine umfassende Reform des Agrar- und Ernährungssystems, um die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken. In einem neuen Bericht empfiehlt das unabhängige Expertengremium unter Vorsitz von Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dass Europäer weniger rotes Fleisch und Milchprodukte konsumieren sollten und die Landwirtschaft stärker für ihre Emissionen zahlen müsse. Der Sektor verursacht etwa ein Drittel der gesamten EU-Treibhausgase, hauptsächlich durch Methan aus der Tierhaltung und Lachgas aus Düngemitteln.
Vorgeschlagene Maßnahmen und Herausforderungen
Zu den zentralen Reformvorschlägen gehören eine Bepreisung der Treibhausgasemissionen nach dem Verursacherprinzip, der Abbau klimaschädlicher Subventionen und eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik auf Umwelt- und Klimaleistungen. Die Einnahmen aus einem CO₂-Preis könnten teilweise an Landwirte zurückfließen, um Investitionen in klimafreundliche Produktion zu unterstützen. Gleichzeitig betont der Beirat die Notwendigkeit sozialer Abfederung, um höhere Lebensmittelpreise für einkommensschwache Haushalte zu vermeiden und Landwirte bei der Umstellung zu unterstützen. Politisch gilt die Umsetzung als schwierig, da Vorschläge wie Emissionsabgaben regelmäßig auf Widerstand von Bauernverbänden stoßen.
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