EU-Kommission ermöglicht Finanzierung von Schwangerschaftsabbrüchen
Wichtige Fakten
- • Die Bürgerinitiative 'My Voice, My Choice' sammelte über eine Million Unterschriften.
- • Die EU-Kommission unterstützt Hilfen für Abtreibungen aus dem Europäischen Sozialfonds Plus.
- • Mehr als 20 Millionen Frauen in der EU haben keinen Zugang zu sicheren Abtreibungen.
- • In einigen EU-Staaten wie Polen und Malta sind Abtreibungen stark eingeschränkt oder verboten.
Zugang zu sicheren Abtreibungen in der EU
Die EU-Kommission hat auf die Bürgerinitiative 'My Voice, My Choice' reagiert, die mehr als eine Million Unterschriften für den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen gesammelt hat. Die Kommission unterstützt grundsätzlich das Anliegen und erlaubt nun Mitgliedstaaten, Hilfen aus dem bestehenden Europäischen Sozialfonds Plus für Abtreibungen zu nutzen. Diese sollen Behandlungs- und Reisekosten abdecken, sowohl für Betroffene im eigenen Land als auch für Frauen aus anderen Mitgliedstaaten.
Unterschiedliche Regelungen in den Mitgliedstaaten
Der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist in der EU uneinheitlich: In Malta sind sie de facto verboten, in Polen nur in Ausnahmefällen erlaubt, und in Ländern wie Italien verweigern viele Ärzte die Durchführung aus Gewissensgründen. Laut WHO gibt es jährlich über 480.000 unsichere Abtreibungen in Europa. Die Initiative fordert einen Finanzierungsmechanismus, um Frauen den Zugang zu sicheren Eingriffen in anderen Mitgliedstaaten zu ermöglichen, was Kritiker als 'Abtreibungstourismus' bezeichnen.
Reaktionen und offene Fragen
Während das EU-Parlament der Initiative zugestimmt hat, kritisieren konservative Gruppen wie die Europäischen Konservativen und Reformer das Vorhaben als Eingriff in nationale Angelegenheiten. Unklar bleibt, ob und wie Mitgliedstaaten die Hilfen beantragen werden. Die Initiatorin Nika Kovač feiert die Kommissionsantwort als 'historischen Schritt', der Abtreibungen als Teil der Gesundheitsversorgung anerkennt.
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