EU prüft JD.com-Übernahme von MediaMarkt: Wettbewerbsverzerrung befürchtet
Wichtige Fakten
- • EU-Kommission hat Überprüfung der Übernahme von MediaMarkt durch JD.com angekündigt.
- • Verdacht auf staatliche Subventionen an JD.com sowie Wettbewerbsverzerrung.
- • Bundeswirtschaftsministerium prüft auch nationale Sicherheitsaspekte.
- • Österreich lehnt Übernahme ab; Frankreich und Italien haben bereits genehmigt.
EU-Kommission leitet Prüfverfahren ein
Die EU-Kommission hat eine Überprüfung der geplanten Übernahme der MediaMarkt/Saturn-Gruppe durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com angekündigt. Grund sind mögliche Verstöße gegen die EU-Verordnung über Subventionen aus Drittstaaten. Die Kommission hegt den Verdacht, dass JD.com staatliche Vorteile wie Steuervergünstigungen oder direkte Zuschüsse von der chinesischen Regierung erhalten hat, um den Kaufpreis künstlich zu erhöhen und Mitbieter aus Europa zu benachteiligen. Der faire Wettbewerb könnte dadurch langfristig gefährdet sein.
Sicherheitsbedenken in Deutschland
In Deutschland hat das Bundeswirtschaftsministerium ein Investitionsprüfverfahren eingeleitet, das mögliche Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit untersucht. Im Fokus stehen der Schutz sensibler Kundendaten sowie die elektronische Versorgungssicherheit. Zudem soll verhindert werden, dass europäische Handelsdaten nach China abfließen.
Uneinigkeit innerhalb der EU
Während Frankreich und Italien die Übernahme bereits auf nationaler Ebene genehmigt haben, kommt der größte Widerstand aus Österreich. Das österreichische Wirtschaftsministerium äußerte erhebliche Bedenken. JD.com reagierte mit einer Nachbesserung seiner Anträge und drohte sogar mit einem Rückzug vom österreichischen Markt. Auch das EU-Parlament forderte eine strenge Prüfung bezüglich Daten- und Verbraucherschutz.
Das könnte Sie auch interessieren
EU-Außenminister beraten auf Zypern: Kein Sonderbeauftragter für Ukraine, Kallas warnt vor russischer Falle
Taliban fordern mehr Diplomaten in EU als Gegenleistung für Abschiebungen
Russland droht mit neuen Attacken auf Kiew, EU bleibt unbeeindruckt
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.