EU und Australien einigen sich auf umfassendes Freihandelsabkommen
Wichtige Fakten
- • Nach achtjährigen Verhandlungen wurde das Abkommen in Canberra unterzeichnet.
- • Australien schafft 99% seiner Zölle auf EU-Waren ab, die EU spart 1 Mrd. Euro jährlich.
- • Die EU sichert sich Zugang zu Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden.
- • Deutsche Maschinenbau-, Chemie- und Autoindustrie gehören zu den Profiteuren.
- • Das Abkommen muss noch ratifiziert werden, was mehrere Monate dauern kann.
Zusammenfassung des Abkommens
Die Europäische Union und Australien haben nach achtjährigen Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese besiegelten den Deal in Canberra. Kernziele sind der Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen sowie die Sicherung von Rohstofflieferungen für die EU.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Australien schafft fast alle Zölle auf EU-Waren ab (99%), was europäischen Unternehmen jährliche Einsparungen von einer Milliarde Euro bringt. Die EU erwartet eine Steigerung ihrer Exporte nach Australien um bis zu 33% auf 17,7 Milliarden Euro jährlich. Besonders profitieren dürften der deutsche Maschinenbau, die Chemieindustrie und die Automobilbranche, da Australien EU-Fahrzeugstandards anerkennt und Steuern auf Elektroautos anpasst.
Rohstoffsicherung und weitere Aspekte
Die EU importiert aus Australien kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Seltene Erden, was die Abhängigkeit von China verringert. Im Agrarbereich fallen australische Zölle auf viele EU-Lebensmittel, während die EU Obergrenzen für zollfreie Fleischimporte aushandelte. Das Abkommen erleichtert auch Dienstleistungshandel, Investitionen und die Mobilität von Fachkräften. Es muss nun juristisch überprüft, übersetzt und vom Europäischen sowie australischen Parlament ratifiziert werden.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.