Nigel Farage gibt Parlamentsmandat auf: Nachwahl als Coup gegen'Establishment'
Wichtige Fakten
- • Farage tritt als Abgeordneter für Clacton zurück.
- • Er will bei der Nachwahl erneut kandidieren.
- • Grund: Ermittlungen wegen nicht deklarierter Spenden.
- • Fünf Millionen Pfund von Krypto-Milliardär Harborne betreffen.
- • Labour, Tories und LibDems stellen keinen Gegenkandidaten auf.
Taktischer Rücktritt und Sofort-Nachwahl
Der britische Politiker Nigel Farage hat am Dienstag seinen Rücktritt als Abgeordneter für den Wahlkreis Clacton angekündigt. Der Parteichef von Reform UK will dadurch eine Nachwahl erzwingen, bei der er erneut kandidieren wird. In einer auf der Plattform X übertragenen Rede stellte er dies als Kampf des Volkes gegen das Establishment dar. Er bestritt jegliches Fehlverhalten und sprach von einer Medienhexenjagd. Die Aufzeichnung der Rede fand ohne unabhängige Journalisten statt, was Kritik hervorrief.
Hintergrund der Spendenaffäre
Der Schritt erfolgt, nachdem bekannt wurde, dass die parlamentarische Standards-Aufsicht gegen Farage ermittelt – unter anderem wegen einer fünf Millionen Pfund schweren Zuwendung des in Thailand lebenden Krypto-Milliardärs Christopher Harborne. Farage bezeichnet das Geld als persönliches Geschenk und argumentiert, er habe es vor seiner Wahl erhalten. Zudem gibt es Vorwürfe über Zahlungen des in den USA verurteilten Betrügers George Cottrell. Farage droht bei einem Schuldspruch der Verlust seines Mandats.
Politische Reaktionen und Boykott der großen Parteien
Sowohl Labour, die Konservativen als auch die Liberaldemokraten kündigten an, keinen Kandidaten für die Clacton-Nachwahl aufzustellen. Premierminister Keir Starmer nannte die Aktion einen „desperaten Stunt“. Kemi Badenoch, Chefin der Tories, sprach von einem „Wutanfall“ und kündigte an, nur an einer späteren „echten“ Nachwahl nach Abschluss der Standards-Untersuchung teilzunehmen. Die Labour-Partei will sich nicht auf das „Zirkus-Ereignis“ einlassen. Lediglich der Count Binface hat seine Kandidatur angekündigt.
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